„Kölner Treff“

Moderatorin schockiert: Sohn findet KI-Pornos von ihr im Netz


15.08.2026 – 10:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Moderatorin Charlotte Engelhardt beim Kölner Treff: Ihr erst zehn Jahre alter Sohn wurde mit KI-Fakes von ihr konfrontiert. (Quelle: IMAGO/RAINER UNKEL/imago)

Mareile Höppner klärt über digitale Gewalt gegen Frauen auf. Auch Kollegin Charlotte Engelhardt ist betroffen – ihr zehnjähriger Sohn wurde damit sogar konfrontiert.

Die Moderatorin Mareile Höppner hat in der WDR-Talkshow „Kölner Treff“ offen über ihre Erfahrungen mit KI-generierten Nacktbildern gesprochen – und dabei ein erschütterndes Fazit gezogen: „Es gibt kein Bild von mir in diesen ganzen 30 Jahren, das entstanden ist, das nicht ausgezogen wurde. Kein Bild.“

Höppner ist seit fast drei Jahrzehnten im TV-Geschäft, moderiert unter anderem das RTL-Magazin „Extra“. Dass ihr Gesicht auf pornografische Bilder montiert wird, ist digitale Gewalt; ein Thema für das Höppner sensibilisieren will. Gemeinsam mit Moderatorin Charlotte Engelhardt und weiteren Gästen diskutierte sie am Freitagabend im WDR über das Thema.

Charlotte Engelhardt: Sohn sprach sie auf KI-Fakes an

Besonders bewegend: Engelhardt berichtete, dass ihr zehnjähriger Sohn sie mehrfach gefragt hatte, ob es einen Job gebe, für den sie sich schäme – und immer wieder nachgehakt habe. Kurz darauf kam er erneut auf sie zu: Er hatte solche gefälschten Bilder zugespielt bekommen – ihr Kopf, montiert auf pornografische Körper. Die Bilder seien zum Glück schlecht gewesen, sagte Engelhardt. Ihr Sohn habe die Aufnahmen als Fälschungen erkannt. „Aber mein Sohn hat sich natürlich erschrocken“, so Engelhardt. „Und die Bilder waren echt pervers.“

Engelhardt sagte: „Ich bin so froh, dass er Vertrauen zu mir hat und es mir gesagt hat.“ Dadurch habe sie das Thema schnell klären können.

Mareile Höppner bei der Aufzeichnung der WDR-Talkshow Kölner Treff im WDR Studio: Sie macht auf Gewalt im Netz aufmerksam. (Quelle: IMAGO/Robert Schmiegelt/imago)

Auch Höppner, die einen 16 Jahre alten Sohn hat, ist betroffen. „Wenn du meinen Namen mit ‚nackt‘ googelst und ein paarmal abbiegst, bist du da“, sagte sie – und betonte, das solle keine Anleitung sein, sondern zeigen, wie offen verbreitet das Material ist.

Fall Collien Ulmen-Fernandes als Ausgangspunkt

Höppner engagiert sich seit Jahren für das Thema. Den Ausgangspunkt bildete eine Reportage gemeinsam mit Collien Ulmen-Fernandes und Lola Weippert, nachdem alle drei darauf hingewiesen worden waren, dass KI-Pornos von ihnen im Netz kursieren. Alle drei erstatteten Anzeige. Der Fall Collien Ulmen-Fernandes entwickelte sich später zu einem der bekanntesten öffentlichen Fälle digitaler Gewalt in Deutschland.

Höppner beschreibt ein System, das kaum Konsequenzen kennt: „Es gibt nicht nur keine Scham – es gibt Foren, wo sich munter darüber ausgetauscht wird, nicht nur wie diese Videos erstellt werden, sondern auch, was man für Spaß mit diesen Videos hat.“ Anzeigen habe sie viele erstattet. Das Ergebnis: „Ich kriege dann irgendwann Post, es wurde eingestellt.“

Ihr Appell: mehr Kennzeichnungspflicht im Netz, mehr Klarnamenpflicht – und vor allem: weiter reden. „Das ist der Grund, warum ich solche Filme mache“, sagte Höppner.

Share.
Die mobile Version verlassen