Sat.1-Moderator Marc Bator kehrt der Kamera nach mehr als 25 Jahren den Rücken. Wie es beruflich und privat für ihn weitergeht, hat er t-online verraten.

Das rote Sendelicht ist vorerst aus für ihn. Marc Bator verlässt nach 13 Jahren auf eigenen Wunsch Sat.1 und die Nachrichtensendung „Newstime“. Der frühere „Tagesschau“-Sprecher will sich künftig vor allem um den Radsport und seine eigene Firma kümmern. Seit über zehn Jahren führt Bator eine Agentur für Sportmanagement und Sportmarketing. Im Gespräch mit t-online lässt er die Tür zum Fernsehen aber ganz bewusst einen Spalt offen.

t-online: Nach so vielen Jahren vor der Kamera und noch mehr am Mikrofon: Was werden Sie am meisten vermissen?

Marc Bator: Ich kann die Zuschauer ja nicht sehen, wenn ich moderiere. Und trotzdem schmerzt die Vorstellung, diesen abstrakten, imaginären Kontakt mit ihnen zu verlieren. Mit meinem Gesicht und mit meiner Stimme etwas zu präsentieren, was Teil des Lebens der Menschen ist, das macht diesen Job eines TV-Nachrichtenmoderators aus. Das hat eine Bedeutung, ohne sich selbst zu wichtig nehmen zu wollen. Das werde ich sehr vermissen, keine Frage.

Ich gehe nicht davon aus. Aber der TV-Markt hat sich stark verändert zuletzt, und das Alter geht auch an mir nicht spurlos vorüber. Die Karriere von jungen Kolleginnen und Kollegen, die nachkommen, wird anders aussehen als meine. Neue Kolleginnen und Kollegen nahmen ihre Chance auf eine erfolgreiche Karriere wahr. Vor 25 Jahren war die 20-Uhr-Tagesschau „die Nachrichten“.

Marc Bator (Quelle: ARD)

Zur Person

Marc Bator, 53, begann seine Karriere als Off-Sprecher bei „ran – Sat.1 Fußball“. Nach der Jahrtausendwende wechselte er zur „Tagesschau“ und gehörte dort mehr als ein Jahrzehnt zum Team der Nachrichtensprecher. 2013 übernahm er die Sat.1-Abendnachrichten, die heute „Newstime“ heißen. Marc Bator ist geschieden und hat zwei Töchter.

Heute finden Nachrichten rund um die Uhr statt. Überall. Im Fernsehen, im Radio, vor allem aber online und mit technischer Unterstützung, vor allem durch KI. Sie darf nie die Menschen ersetzen. Ich bleibe fest dabei, dass Menschen im Fernsehen Menschen sehen wollen, menschliches Wissen und auch menschliche Wärme. Fast 35 Jahre lang habe ich das beim Radio und beim Fernsehen als meinen Job angesehen. Dieser Aufgabe bleibe ich eng verbunden.

Wohin soll die Fernsehreise von Marc Bator also weitergehen?

Ich spüre den Wunsch, mittelfristig wieder Fernsehen zu machen, aber anders. Vielleicht eine wöchentliche oder monatliche Sendung. Lockerer in den Themen und in der Moderation. Weniger „hart“ als tagesaktuelle Nachrichten mit all ihren Krisen und Katastrophen, wo man gegen die Flut von Fake News und die sich immer weiter aufheizende politische Stimmung ankämpfen muss. Aber dennoch an der Schnittstelle von Politik und Zeitgeschehen.

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