Marc-André ter Stegen: Effenberg schließt WM-Teilnahme aus

Drama um ter Stegen

„Das Thema Fußball-WM ist für ihn jetzt wohl durch“


06.02.2026 – 18:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Marc-André ter Stegen: Der Torwart wird die WM 2026 höchstwahrscheinlich verpassen. (Quelle: IMAGO/Jose Breton/imago-images-bilder)

Der Nationaltorwart wird nach einer OP lange ausfallen. t-online-Experte Stefan Effenberg sieht nun klare Verhältnisse – und nimmt nun Bundestrainer Julian Nagelsmann in die Pflicht.

Stefan Effenberg rechnet Nationaltorwart Marc-André ter Stegen nach dessen erneuter OP keine Chancen mehr auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft aus. „Das Thema Fußbal-WM ist für ihn jetzt wohl durch“, sagt Effenberg im Gespräch mit t-online. „Es sind noch fünf Monate bis zum Turnierauftakt – der Wunsch, es doch noch zu schaffen, wird in diesem kurzen Zeitraum für ihn wohl nicht in Erfüllung gehen.“

Ter Stegen musste sich am Freitag einem Eingriff unterziehen, nachdem er sich in seinem erst zweiten Spiel für den FC Girona eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte. Der vom FC Barcelona ausgeliehene Schlussmann wird mehrere Monate ausfallen. Schon im März stehen aber die nächsten Testspiele der Nationalmannschaft an.

„Das ist ein schwerer Rückschlag für ihn – nicht nur für diese Saison, sondern für seine ganze Karriere“, meint Effenberg. „Er hat sich durch viele dunkle Stunden gekämpft, dann den Verein gewechselt, wollte Spielpraxis sammeln mit Blick auf die WM – und muss nun wieder von Neuem anfangen. Das sind die schlimmsten Phasen in einem Sportlerleben.“ Der 57-Jährige befürchtet weitergehende Schwierigkeiten bei ter Stegen. „Das kann sich auch im Kopf bemerkbar machen und auf die Psyche auswirken. Ich bin gespannt, ob er es überhaupt noch mal richtig zurückschafft, und wünsche ihm viel Kraft dafür.“

Bundestrainer Julian Nagelsmann sei nun in der Pflicht, klare Verhältnisse zu schaffen, wer die Nummer eins beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko sein wird. „Nagelsmann wird sich jetzt zu Wort melden müssen – spätestens, wenn nach der OP weitere Details zur Ausfallzeit endgültig feststehen.“ Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen: „Ich habe mich lange dafür ausgesprochen, dass sich der Bundestrainer im Rahmen der kommenden Länderspiele im März endgültig auf eine Nummer eins festlegt – diese Entscheidung wurde ihm nun aber abgenommen. Ihm bleibt nun keine andere Wahl. Aber: Es ist keine schlechte Wahl.“

Ter Stegens Vertreter sei jetzt auch der klare Favorit auf die Position als DFB-Stammtorwart: „Wenn Oliver Baumann fit bleibt und seine starken Leistungen aus der laufenden Saison bestätigt, spricht gar nichts dagegen, mit ihm als deutscher Nummer eins im Tor in die WM zu gehen.“

Mehr noch: Baumann sei „ein höchst zuverlässiger Torwart, ist loyal – und spielt eine ganz starke Saison mit Hoffenheim. Letztes Jahr hat er mit der TSG gerade so noch die Relegation verhindert, jetzt ist er Teil einer Mannschaft, die tollen Fußball spielt und sich für Europa qualifizieren kann.“ Auch die Zahlen sprächen für ihn: „Er hat mit 23 Gegentoren die drittwenigsten der Bundesliga kassiert. Das gibt ihm natürlich Auftrieb und Selbstvertrauen, mit breiter Brust zur WM zu fahren.“ Effenberg ist überzeugt: „Mit ihm hat die DFB-Elf einen sicheren Rückhalt.“

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