
Er wollte „seine Frau bestrafen“
Mann ersticht Ehefrau vor den Augen der Kinder – lebenslange Haft
05.01.2026 – 17:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Mutter wird von ihrem Ehemann mit fünf Messerstichen getötet. Während die Kinder sie retten wollen, steht er teilnahmslos daneben. Jetzt muss er wegen Mordes hinter Gittern.
Ein 45-jähriger Mann ist wegen Mordes an seiner Ehefrau zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sah es als erwiesen an, dass er die 37-jährige Mutter seiner vier Kinder mit fünf Messerstichen tötete, während die Kinder im Haus schliefen. Der Täter habe aus niedrigen Beweggründen gehandelt und die Frau „bestrafen“ wollen, so das Gericht.
Die Tat ereignete sich am Morgen des 17. April 2025 in der Wohnung der Frau in Berlin-Britz. Nach einem Streit griff der Mann zu einem Küchenmesser und stach mehrfach auf seine Ehefrau ein. Sie verblutete anschließend im Hausflur.
Der Vorsitzende Richter Mark Sautter erklärte in der Urteilsbegründung, der Angeklagte habe aus der Überzeugung heraus gehandelt, „dass es ihm als Mann zustehe, seine Frau dafür bestrafen zu dürfen und er sogar berechtigt sei, ihr das Leben zu nehmen“. Der Täter habe seiner Frau grundlos vorgeworfen, sie würde sich einem anderen Mann zuwenden.
Besonders erschütternd: Der 45-Jährige verfolgte die verzweifelten Rettungsversuche seiner älteren Kinder teilnahmslos. Zu einem damals achtjährigen Sohn habe er gesagt, er werde ihm „eine neue Mutter kaufen“.
Der älteste Sohn, 22 Jahre alt, sagte als erster Zeuge im Prozess aus. Er erklärte, er sei durch Geschrei aufgewacht und habe „den letzten Stich gesehen“. Unter Tränen berichtete er, sein Vater sei sehr eifersüchtig gewesen und habe die Mutter immer wieder kontrolliert. So habe er ihr zum Beispiel verboten, zu arbeiten. Auch zu Gewalt sei es wiederholt gekommen.
Das aus Afghanistan stammende Paar kam 2015 mit der Familie nach Deutschland. Einige Monate vor der Tat hatte sich der Mann wegen einer anderen Frau von seiner Ehefrau getrennt. Nach dem Ende dieser neuen Beziehung kehrte er zurück und überredete die 37-Jährige, eine Strafanzeige gegen ihn zurückzunehmen. „Danach war sein Verhalten noch schlechter“, sagte der Sohn im Prozess.
Der Angeklagte selbst hatte während des rund dreimonatigen Verfahrens zur Tat geschwiegen. Die Nebenklage-Anwälte sprachen von einem Femizid. Das bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden – also weil sie Frauen sind. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.