ICE von Aachen nach Frankfurt
Mann nach Anschlagsdrohung in Zug festgenommen
Aktualisiert am 03.04.2026 – 11:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein 20-Jähriger zündet pyrotechnische Gegenstände im ICE von Aachen nach Frankfurt. Außerdem soll er mit einem Anschlag gedroht haben. Zwölf Menschen werden verletzt.
Am Tag nach einer Anschlagsdrohung in einem ICE in Nordrhein-Westfalen bleibt der 20-jährige Tatverdächtige vorerst in Polizeigewahrsam. Wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte, ermittle die Kriminalpolizei weiter zu den Hintergründen.
Die Tat geschah gegen 21 Uhr im ICE 19 von Aachen nach Frankfurt. Eine Zeugin beschrieb die Situation: „Es kam ein maskierter Mann aus der Toilette und warf etwas durch den Gang. Es hat laut geknallt und gequalmt, es flogen auch Kunststoffstücke umher. Dann ist ein Passagier dem Mann entgegen gerannt, der daraufhin einen zweiten Knaller geworfen hat.“
Im Waggon sei Panik ausgebrochen, alle Passagiere hätten sich in ein anderes Abteil gedrängt. „Der Mann hat wahrscheinlich Schlimmeres verhindert“, sagte die Zeugin, die mit ihrer Familie aus London zurückkam. „Ich dachte: das war’s“, beschreibt sie die Situation.
Der junge Mann soll am Donnerstagabend im ICE auf dem Weg von Aachen nach Frankfurt zwei pyrotechnische Gegenstände gezündet haben, bevor er sich auf der Zugtoilette zurückzog. Andere Fahrgäste hielten ihn dort fest, bis Beamte der Bundespolizei den Mann am Siegburger Bahnhof festnahmen. Der ICE wurde geräumt; mindestens zwölf Personen wurden leicht verletzt.
Der ICE stoppte außerplanmäßig in Siegburg, ein Großaufgebot an Rettungskräften wurde alarmiert. In einer Mitteilung der Polizei hieß es, dass eine Person vermutlich ein Knalltrauma erlitten habe. Eine Sprecherin der Bundespolizei hatte in der Nacht zudem von „leichten, oberflächlichen Hautverletzungen“ bei Betroffenen gesprochen. Die Mehrheit der rund 180 Fahrgäste kam jedoch mit dem Schrecken davon.
Bei der Durchsuchung des Mannes entdeckten die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske und zwei frei verkäufliche Rauchkörper. Nach Angaben der Bundespolizei hatte der 20-Jährige zuvor mit einem Anschlag gedroht. Die Hintergründe des Vorfalls sind nach wie vor unklar. Ob der Tatverdächtige vor einen Haftrichter kommt, soll sich laut Polizei am Freitag entscheiden.
