
Zwölfjährige schwebt in Lebensgefahr
Mutter von niedergeschossenem Mädchen äußert sich
17.11.2025 – 18:28 UhrLesedauer: 2 Min.
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Was geschah nachts in der Bochumer Wohnung, bevor die Polizei auf ein Kind schoss? Die Mutter der Zwölfjährigen gibt erste Einblicke.
Dem Sender RTL gab sie ein schriftliches Interview. Die Frau ist, genau wie ihre Tochter, gehörlos. Die Zwölfjährige war nach Darstellung ihrer Mutter von ihrer Wohngruppe weggelaufen. Zuvor soll es Streit in der Schule gegeben haben. Dann sei das Kind plötzlich in der Wohnung der Mutter in Bochum aufgetaucht. „Sie sagte, ‚ich kann das nicht mehr ertragen'“, schilderte die Mutter.
In der Nacht kam dann die Polizei in die Wohnung. Das Kind war von der Wohngruppe als vermisst gemeldet worden, dem Mädchen fehlten den offiziellen Angaben zufolge lebenswichtige Medikamente. In der Wohnung eskalierte die Situation: Nach Darstellung der Beamten ging das Mädchen mit zwei Messern in den Händen auf die Polizisten zu. Vor den Augen der Mutter, so berichtete sie es RTL, habe die Polizei geschossen – erst mit einem Elektroschocker, dann mit der Dienstwaffe.
Wieso die Zwölfjährige zu den Messern griff, ist unklar. Auch die Mutter hatte im Interview mit RTL keine Antwort auf diese Frage. Kurz nach den Schüssen sei sie nach draußen gebracht worden. Das Mädchen wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht und intensivmedizinisch betreut. „Sie hat die OP gut überstanden. Der Zustand des Mädchens ist kritisch, aber stabil“, sagte ein Polizeisprecher am Montagnachmittag.
Die Beamten hatten vor dem Einsatz in der Bochumer Wohnung stundenlang nach der vermissten Zwölfjährigen gesucht. Sie lebt eigentlich in einer Wohngruppe in Münster. Doch dort fehlte am Sonntag plötzlich jede Spur von ihr. Die Betreuer schlugen Alarm und schalteten die Polizei ein.
Der Mutter seien bereits früher das Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Mädchen entzogen worden, teilten die Ermittler mit, ohne weitere Details zu nennen.
Ob die Polizisten in der Situation korrekt gehandelt haben, sei aus seiner Sicht „aktuell nicht seriös zu beantworten“. Der Experte warnte vor Unterstellungen – „auch vor dem Hintergrund eines solch schrecklichen Ereignisses“.