„Sind in einer Schockstarre“

Eltern lassen Siebenjährige massiv abmagern – Lebensgefahr


14.05.2026 – 12:10 UhrLesedauer: 2 Min.

Wagen der Tiroler Polizei (Symbolbild): Gegen die Eltern eines Mädchens erheben die Ermittler schwere Vorwürfe. (Quelle: Michael Kri/imago-images-bilder)

Ein Mädchen soll von der Außenwelt abgeschottet worden sein – mit schweren Folgen. In dem 1.000-Einwohner-Dorf will niemand etwas von den Qualen der Siebenjährigen mitbekommen haben.

Der Fall eines völlig abgemagerten und beinahe verhungerten Mädchens schockiert derzeit Österreich. Die Siebenjährige war Ende April von den Eltern in lebensbedrohlichem Zustand in eine Innsbrucker Klinik eingeliefert worden. Gegen die Eltern wird wegen des Verdachts auf Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen ermittelt.

Wie die Tiroler Polizei mitteilte, besteht der Verdacht, „dass die Eltern ihre Fürsorgepflicht über einen längeren Zeitraum gröblich vernachlässigt“ haben. Auch medizinische Versorgung habe das Kind, das wegen einer Erkrankung zu Hause unterrichtet wurde, nicht erhalten. Am 11. und 12. Mai nahmen Ermittler die 40 Jahre alte Mutter und den 35-jährigen Vater des Kindes fest. Beide sitzen nun in Untersuchungshaft. Bisher sollen sie sich nicht zu den Vorwürfen geäußert haben.

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Die Zeitung „Heute“ berichtete, dass das Mädchen bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus nur noch 14 Kilogramm gewogen habe. Es sei „massiv abgemagert“ gewesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Er bezeichnete den Zustand des Kindes zu Beginn der Behandlung im Krankenhaus als lebensbedrohlich. Inzwischen habe sich sein Zustand stabilisiert und es bestehe keine Lebensgefahr mehr.

Österreichischer Ort unter Schock: Bürgermeister äußert sich

Die Familie soll in einem 1.000-Einwohner-Dorf im Tiroler Oberland gelebt haben. Um welchen Ort es sich handelt, sagten die Behörden aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht. Die „Kronen Zeitung“ konnte allerdings mit dem Bürgermeister der Gemeinde sprechen. Er sagte dem Blatt: „Wir sind in einer Schockstarre. Dieser Fall hat uns völlig unvorbereitet getroffen.“

Nach seinem Eindruck habe die Familie nach außen hin intakt gewirkt, berichtete der Bürgermeister weiter. Die Beschuldigten haben demnach auch noch einen kleinen Sohn, der nun auf Anweisung der Behörden woanders untergebracht werde.

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