Preisanstieg kommt
Reiselust laut Dertour ungebrochen: Tui stockt Flüge auf
20.03.2026 – 12:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutsche wollen im Urlaub Sonne, Sand und Meer. Die Reiselust sei trotz des Iran-Kriegs und steigender Preise hoch. Zwei Reiseziele stechen bei den Buchungszahlen besonders hervor.
Trotz des Kriegs im Nahen Osten bleibt die Reiselust hoch, steigende Kosten könnten Urlaube aber verteuern. „Im Moment geht der Kerosinpreis nach oben. Wenn das auf diesem Niveau bleibt, wird sich das über die Zeit auch auf die Reisepreise auswirken“, sagte der Chef des Reiseveranstalters Dertour, Christoph Debus, der Deutschen Presse-Agentur. „Kleinere Kostensteigerungen lassen sich im Moment für zukünftige Buchungen nicht ausschließen.“
Der nach eigenen Angaben größte deutsche Veranstalter in der Nahost-Region beobachtet derzeit eine Verschiebung bei den Buchungen. „In der betroffenen Region sehen wir Stornierungen, Umbuchungen und eine gewisse Verunsicherung“, sagte Debus. Insgesamt bleibe die Nachfrage jedoch stabil: „Die Reiselust der Deutschen und der Europäer ist ungebrochen.“ Viele Urlauber wichen auf andere Ziele aus. Für Spanien und Griechenland gebe es weiterhin gute Buchungseingänge.
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft, Jürgen Schmude, sagte, dieses Ausweichverhalten sei nicht ungewöhnlich. Viele klassische Warmwasserziele seien für Touristen austauschbar. „Reisende wechseln schnell zu einem anderen Ziel, wenn Unsicherheit entsteht.“ In der Branche spreche man vom 3-S-Tourismus (Sun, Sand, Sea; zu Deutsch: Sonne, Sand, Meer) bei dem die Austauschbarkeit von Destinationen besonders groß sei.
So verzeichnet der große Reiseanbieter Tui derzeit eigenen Angaben zufolge ein deutlich gestiegenes Interesse an Urlaub in Spanien und Griechenland. Um die Nachfrage zu befriedigen, würden für April die Kapazitäten für besonders gefragte Sonnenziele in beiden Ländern kurzfristig aufgestockt. Von Hannover, Stuttgart, Düsseldorf, Frankfurt und München starten demnach insgesamt 68 Tui-Zusatzflüge mit rund 10.000 Sitzplätzen nach Mallorca, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Kreta und Rhodos.
„Viele setzen aktuell bewusst auf vertraute Sonnenziele in Spanien und Griechenland“, sagt Tui-Geschäftsführer Benjamin Jacobi. „Hier zeigt sich einmal mehr der Vorteil der eigenen Fluggesellschaft, mit der wir flexibel auf Nachfrageentwicklungen reagieren und zusätzliche Kapazitäten schnell in den Markt bringen können.“
Infolge des Kriegs saßen Tausende deutsche Urlauber im Nahen Osten fest, bei Dertour handelte es sich um eine niedrige vierstellige Zahl, bei Tui um eine fünfstellige. „Gerade in so einer Krise zeigt sich, wie hoch der Wert einer Pauschalreise ist“, sagte Debus. Man habe Flüge und sichere Unterkünfte organisiert, ohne Mehrkosten für Pauschalreisegäste. Tui konnte seine Pauschal- und Kreuzfahrtreisenden über die Tui-App kontaktieren, informieren und schnell zurück in die Heimat bringen.
