
Millionen-Forderung
Louvre-Räuber melden sich plötzlich im Darknet
Aktualisiert am 06.11.2025 – 07:41 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach dem spektakulären Raub im Pariser Louvre hat sich offenbar ein mutmaßlicher Mittäter im Darknet gemeldet – mit einem Angebot.
Am 23. Oktober soll ein Nutzer mit dem Pseudonym „Anubis_Dealer“ auf einer nicht öffentlich zugänglichen Darknet-Plattform an die israelische CGI Group geschrieben haben. Von dem Vorfall berichtet „Bild“. Er habe gefragt, ob es sich bei den Empfängern um die Sicherheitsfirma handele, „die hinter der Rückführung in Dresden“ gesteckt habe.
Der „Bild“-Redaktion liegen Screenshots dieser Nachrichten vor. In der Chat-Nachricht hieß es demnach: „Wir haben etwas Ähnliches – eines der fehlenden Stücke aus dem Louvre. Echter Beweis. Seid ihr dabei?“
Nachdem die Ermittler der CGI Group, eine private Firma mit Sitz in Israel, die Quelle und das Angebot geprüft hatten, kamen sie dem Bericht zufolge zur Einschätzung, dass der Absender mit „sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ tatsächlich im Besitz eines Teils der Beute sei.
Am 19. Oktober hatten vier Männer historische Juwelen aus der berühmten Apollo-Galerie des Louvre entwendet. Die Täter nutzten einen gestohlenen Lkw mit Leiter und Lastenaufzug, schlugen zwei Vitrinen ein und flohen nach weniger als sieben Minuten mit acht wertvollen Stücken – darunter Schmuck aus dem Besitz Napoleons. Die französische Polizei nahm kurz darauf mehrere Verdächtige fest, die Beute blieb jedoch verschwunden.
In dieser Phase wandte sich eine mit dem Museum verbundene Person an die israelische Sicherheitsfirma CGI Group – ein auf Rückführungen gestohlener Kulturgüter spezialisiertes Unternehmen, das bereits am Wiederbeschaffungsfall des Dresdner Juwelenraubs beteiligt gewesen sein soll. Über ihre Niederlassung in Rom wurde CGI laut „Bild“ beauftragt, Hinweise zu sichten und eine mögliche Rückführung zu prüfen.
Am 23. Oktober meldete sich laut „Bild“ der Nutzer im Darknet namens „Anubis_Dealer“ – mit einem konkreten Angebot. Der Absender habe eine Zahlung von acht Millionen Euro binnen 24 Stunden in der Kryptowährung Monero verlangt – eine digitale Währung, bei der Transaktionen nicht nachverfolgt werden können. Die Übergabe des Juwels sollte laut dem Darknet-Kontakt an einem neutralen Ort erfolgen, vorgeschlagen wurde Österreich oder die Slowakei. Doch der Deal kam laut „Bild“ nicht zustande – die französischen Behörden hätten durch bürokratische Verzögerungen die Übergabe vereitelt.
CGI-Chef Zvika Nave warf den Behörden danach vor, durch bürokratische Verzögerungen und „Ego-Konflikte“ eine Rückführung der Juwelen verhindert zu haben. Als sich der anonyme Kontakt am 1. November erneut gemeldet hätte, habe er ungehalten reagiert: CGI habe zu lange geschwiegen, was als Desinteresse gedeutet worden sei. In ihrer Antwort wies die Firma das zurück und schrieb: „Das Schweigen war kein Zeichen mangelnder Absicht – es lag an Einmischungen von Personen außerhalb unseres Einflusses.“ Daraufhin entgegnete „Anubis_Dealer“: „Worte sind schön, aber Taten zählen mehr.“










