Weitere Sanktionen
Diese Oligarchen nimmt London nun ins Visier
Aktualisiert am 19.03.2026 – 16:26 UhrLesedauer: 5 Min.
Russische Oligarchen dürfen in Großbritannien den Preis für Putins Krieg bezahlen: London friert das Vermögen weiterer Milliardäre ein – darunter das des ehemaligen Chelsea-Besitzers Abramowitsch. Putins Unterstützung bröckelt.
Er hatte es kommen sehen: In den vergangenen Tagen hatte der russische Milliardär Roman Abramowitsch versucht, seine Beteiligungen in Großbritannien schnell abzustoßen, bevor die britische Regierung ihm jeden Spielraum nimmt.
Übereilt soll er laut Medienberichten versucht haben, einige seiner Luxusanwesen in London zu verkaufen. Ebenso hastig stellte er zudem seinen Fußballverein, den 1. FC Chelsea, zum Verkauf und gab an, die Erlöse für die Opfer in der Ukraine spenden zu wollen.
Es wirkt, wie der Versuch eines Reinwaschens – in der Hoffnung, Distanz zu dem Mann zu gewinnen, der ihm einst zum Reichtum verholfen hat: Russlands Präsident Wladimir Putin.
Umsonst: Am Donnerstag geriet auch Abramowitsch in den Fokus der britischen Regierung, gemeinsam mit sechs anderen Günstlingen Putins. Neben dem bekannten russischen Oligarchen trafen die Sanktionen auch Igor Setschin, Oleg Deripaska, Andrei Kostin, Alexei Miller, Nikolai Tokarew und Dmitri Lebedew.
Mit Igor Setschin trifft es einen der engsten Vertrauten Putins. Der Präsident des staatseigenen Ölkonzerns Rosneft gilt als zweiteinflussreichster Mann Russlands, seit den 1990er-Jahren soll er Putin bereits unterstützen. Das britische Außenministerium bezeichnet Setschin als rechte Hand Putins.
Das beweist auch seine Position: Als Rosneft-Präsident sitzt Setschin direkt an der Quelle einer der wichtigsten russischen Druckmittel – dem Öl. Die EU hatte Setschin daher bereits vergangene Woche auf die Sanktionsliste gesetzt.
Oleg Deripaska ist ein vermögender Unternehmer aus Russland, der unter anderem auch Geschäftspartner von Abramowitsch gewesen sein soll, berichtet der britische „Guardian“. Der Oligarch ist Gründer und Eigentümer von Basic Element, einer der größten russischen Industriegruppen, und gründete auch andere Unternehmen.
Bis vor wenigen Jahren war er noch Teilhaber und Mitbegründer des Rusal-Konzerns – des zweitgrößten Aluminiumherstellers der Welt. Sein Anteil an dem Rohstoffunternehmen En+ Group liegt bei 45 Prozent und wird auf einen Wert von 1,6 Milliarden Pfund geschätzt.
Deripaska ist Sanktionen gewohnt. 2018 setzte ihn die USA bereits auf eine Sanktionsliste, Ende 2021 durchsuchte das FBI mehrere Anwesen von ihm in New York und Washington.
