„Wir wollen an die Spitze“

In England wächst ein neues Superteam heran


03.09.2026 – 19:00 UhrLesedauer: 5 Min.

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Michele Kang: Die Milliardärin investiert in die London City Lionesses. (Quelle: IMAGO/Mourad_ALLILI/imago)

Die London City Lionesses starten mit Toptransfers den Angriff auf die Spitze. Das Vorbild ist groß, die Zielsetzung geht weit über den sportlichen Erfolg hinaus.

Wenn am 4. September die neue Saison der Women’s Super League (WSL), Englands höchster Spielklasse im Frauenfußball, startet, konkurrieren eine Reihe weltweit bekannter Vereine um den Titel. Meister Manchester City, der einstige Seriensieger Chelsea, Champions-League-Halbfinalist Arsenal und Traditionsklubs wie Liverpool, Manchester United oder Tottenham mischen in der Liga mit. Ein anderes der insgesamt 14 Teams sticht aber besonders heraus: die London City Lionesses.

Dafür gibt es mehrere Gründe, ein augenscheinlicher ist die Struktur des Klubs. Denn London City ist der einzige reine Frauenverein in der WSL-Geschichte. 2019 ist der eigenständige Klub aus dem Frauenteam des FC Millwall hervorgegangen. Trotzdem hat der Verein keinen großen Nachteil gegenüber all den Konkurrenten, die auf die finanzkräftige Unterstützung ihrer Herrenteams setzen können. Denn hinter London City steht mit Michele Kang eine milliardenschwere Investorin – und die macht mit ihrem Projekt Ernst.

„Wir wollen an die Spitze“, sagte sie in diesem Sommer im Gespräch mit Sky. „Was auch immer der Verein erreichen will, ich werde ihn dabei unterstützen. Ich möchte, dass er den WSL-Titel gewinnt, und ich möchte, dass er sich für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert.“

London City holt Ex-Weltfußballerin und weitere Stars

Allein in Anbetracht der nationalen Konkurrenz liest sich das überaus ambitioniert. Das gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass London City die Spielzeit vor zwei Jahren noch auf dem achten Rang der zweiten Liga abschloss. Ein halbes Jahr zuvor hatte Kang, deren Vermögen auf 1,2 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, den Verein übernommen. Mit ersten beachtlichen Transfers – darunter die 207-fache schwedische Nationalspielerin Kosovare Asllani – gelang ein Jahr später der Aufstieg. Es folgten weitere Verstärkungen und ein bemerkenswerter sechster Platz in der ersten Erstligasaison.

Nun wollen Kang und Co. noch mehr. Den verbalen Angriff auf die Spitze untermalte der Verein in der Sommertransferperiode mit Transfers, die es in sich haben. Neben der deutschen Nationalspielerin Nicole Anyomi kamen die ehemalige Welttorhüterin Mary Earps, für die Abwehr Champions-League-Siegerin María León und für den Angriff Champions-League-Torschützenkönigin Kadidiatou Diani. Das sind für sich genommen schon vier beachtliche Verpflichtungen, sie alle aber verblassen in Anbetracht des Königstransfers: Aus Barcelona kam die zweimalige Ballon-d’Or-Siegerin Alexia Putellas.

Alexia Putellas: 2021 und 2022 wurde sie als beste Fußballerin der Welt ausgezeichnet. (Quelle: IMAGO/Urbanandsport/imago)

Die Spanierin passt nicht nur aufgrund ihrer Strahlkraft zu dem ambitionierten Projekt. „Ich will immer alles gewinnen – die Spiele, sogar die Trainingseinheiten“, sagte sie kurz nach ihrem Wechsel im Sender CBS. „Das ist meine Mentalität, und genau das möchte ich hier umsetzen.“

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