Löwen-Allianz“ | Kommentar: Sturm im Wahlkampfwasserglas

Gut möglich. Kurzfristig hilft jedes Foto, jede Fernsehaufnahme. Und solche mit Polit-Promis helfen in der Regel doppelt. Gesicht zeigen, Gesicht bekannt machen, darum geht’s jetzt für den Mann, der – sollte er das Rennen machen – der jüngste je gewählte Ministerpräsident in Deutschland wäre.

Langfristig, im Falle eines Wahlsieges, ist es jedoch fraglich, wie sehr das Bündnis speziell Hagel nützt. Das liegt zum einen an der absehbar geringeren Beinfreiheit, die er nach aktuellen Umfragen in einer möglichen Regierung hätte. Derzeit ist rechnerisch für ihn lediglich eine Koalition mit den Grünen möglich. Und die würden, Stand der Umfragen heute, dank ihrer vielen Sitze im Landtag, weit mehr Gewicht und Mitspracherecht bekommen als etwa Rheins Koalitionspartner in Hessen, die SPD, oder die Freien Wähler, mit denen Markus Söder in Bayern regiert.

Zum anderen gilt: Hagel mag nach Aussagen der drei Politiker zwar die Idee für die „Wiederbelebung der Südschiene“ gehabt haben. Auch der Name „Drei-Löwen-Allianz“ (in Anspielung auf die Landeswappen) hat Hagel sich Rhein zufolge erdacht.

Den Leitlöwen im Dreier-Rudel aber gibt laut Rhein, wie sollte es anders sein: Markus Söder. Der trotz aller zur Schau gestellten Einigkeit kaum immer dieselben Interessen haben dürfte wie sein Wunsch-Amtskollege im Nachbarland. So oder so könnte das erhoffte Drei-Länder-Bündnis damit in der Rückschau vor allem eines sein: ein Sturm im Wahlkampfwasserglas.

Aktie.
Die mobile Version verlassen