DFB-Neuling weckt große Erwartungen

Mit 19 Jahren schreibt sie schon Geschichte


12.10.2026 – 10:33 UhrLesedauer: 5 Min.

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Lisa Baum: Am Freitag debütierte sie in Karlsruhe für das deutsche A-Nationalteam. (Quelle: IMAGO/Steffie Wunderl/imago)

Lisa Baum läuft erstmals für die DFB-Frauen auf. Ihr Weg dorthin ist von mutigen Entscheidungen, einem historischen Wechsel und einem Schicksalsschlag gezeichnet.

Es dauerte exakt 45 Sekunden, bis die Zuschauer am Freitagabend in Karlsruhe eine erste Kostprobe von dieser hoch veranlagten 19-Jährigen erhielten, die da gerade ihr Länderspieldebüt für die DFB-Frauen feierte. Die trotz ihres Alters längst deutsche Frauenfußballgeschichte geschrieben hat. Die nicht nur auf nationaler Ebene als Ausnahmetalent gilt.

Lisa Baum erhielt den Ball auf dem rechten Flügel, dribbelte kurz an und verschaffte sich ausreichend Platz, um Linda Dallmann per Steckpass in den Strafraum zu schicken. Eine Torchance resultierte aus der Aktion nicht, sie zeigte aber sofort die großen Qualitäten von Baum.

„Dribbling, Tempo und Leichtigkeit“, hatte die Flügelspielerin im Gespräch mit der „Welt“ einst ihre Stärken benannt. „Sie hat eine unheimlich gute Technik, geht immer wieder ins Eins-gegen-Eins“, befand auch Christian Wück. Der Bundestrainer, in seinen Analysen in der Regel eher nüchtern als überschwänglich, merkte seinem Neuling auf dem Platz „etwas Aufregung“ an, aber: „In Ansätzen hat sie gezeigt, wie wertvoll sie für uns sein kann. Es war ein guter Anfang, da kann sie gerne weitermachen.“

Ex-Trainer erkannte Baums Talent auf Anhieb

Die vergangenen Jahre legen die Vermutung nahe, dass Baum diesem Wunsch nachkommen wird, dass sie die Erwartungen sogar übertrifft. So hat sie es schließlich auf ihrem bisherigen Karrierepfad immer gemacht. Marwin Bolz, Baums Trainer auf ihrer ersten Profistation beim HSV, erinnert sich im Gespräch mit t-online an seine erste Begegnung mit der heutigen Nationalspielerin im U14-Bereich, damals zunächst als gegnerischer Coach: „Man hat sofort gesehen und gespürt, dass sie eine Spielerin mit Talent ist.“

Ab der U17 arbeiteten beide zusammen. Bolz‘ erster Eindruck sollte sich in dieser Zeit verfestigen. „Für mich war früh klar, dass sie selbst irgendwann in der Champions League spielen wird“, erinnert sich der heutige Braga-Trainer. Denn die Offensivspielerin habe auf dem Platz schon immer eine gewisse Freude versprüht, dazu bereits in jungen Jahren ein „großes Bewegungstalent“ gezeigt.



Für mich war früh klar, dass sie selbst irgendwann in der Champions League spielen wird.


Lisa Baums Ex-Trainer Marwin Bolz


„Die Art und Weise, wie sie dribbelt, hat nicht nur etwas Ästhetisches, sondern auch etwas Effektives. Ihr Dribbling ist unwiderstehlich“, schwärmt Baums Ex-Trainer. „Es wirkt so, als müsse sie sich nicht großartig anstrengen, um Gegenspielerinnen zu überwinden.“

Die Neu-Nationalspielerin selbst berichtete, in ihrer Kindheit mit Klopapierrollen Fußball gespielt zu haben. „Ich habe schon immer versucht, den Gegner auszuspielen. Ich liebe diese Duelle.“ Baum zeichne sich laut Bolz aber nicht nur durch ihre enormen Anlagen, sondern auch durch „harte Arbeit und eine gewisse Lockerheit“ aus.

Marwin Bolz (l.) und Lisa Baum: Beim HSV arbeiteten sie zusammen. (Quelle: IMAGO/Felix Schlikis/imago)
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