Mutmaßliche Hacker aus Russland
Linke wird Ziel von Cyberangriff
27.03.2026 – 11:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Mutmaßlich russischsprachige Hacker haben nach Angaben der Linken versucht, die Daten von Beschäftigten zu erbeuten. Die Mitgliederdatenbank sei aber nicht betroffen, heißt es.
Die Linke ist nach eigenen Angaben Ziel einer Cyberattacke geworden und vermutet dahinter russischsprachige Hacker. „Die Partei stellte den Cyberangriff am gestrigen Donnerstag fest“, teilte Linken-Bundesgeschäftsführer Janis Ehling mit. „Teile der IT-Infrastruktur wurden vorsorglich vom Netz genommen, um weiteren Schaden zu verhindern.“ Die Mitarbeitenden seien über notwendige Maßnahmen informiert, die Sicherheitsbehörden eingeschaltet worden. Die Partei habe zudem „umgehend“ Strafanzeige erstattet.
„Nach derzeitigen Erkenntnissen zielen die Täter darauf ab, sensible Daten aus dem inneren Bereich der Parteiorganisation sowie personenbezogene Informationen von Mitarbeitenden der Parteizentrale zu veröffentlichen“, erklärte Ehling weiter. Ob und in welchem Umfang dies bereits erfolgt sei, lasse sich nicht beurteilen. Ein entsprechendes Risiko bestehe jedoch.
Die Mitgliederdatenbank der Partei sei nicht betroffen, Mitgliederdaten hätten nicht erbeutet werden können. Der Linken liegen laut Ehling Hinweise vor, „dass es sich um einen Ransomware-Angriff der Hackergruppe ‚Qilin‘ handelt“. Diese sei „eine mutmaßlich russischsprachige Cybercrime-Organisation, deren Aktivitäten sowohl finanziell als auch politisch motiviert sein können“.
„Wir setzen alles daran, den Schaden durch schnelles und koordiniertes Handeln zu begrenzen“, kündigte der Bundesgeschäftsführer an. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen und unabhängigen IT-Experten solle die volle Funktionsfähigkeit der Bundesgeschäftsstelle so schnell wie möglich wiederhergestellt werden.
Derartige digitale Attacken seien häufig Teil hybrider Kriegsführung. Das Sammeln und Veröffentlichen privater oder personenbezogener Daten diene dazu, Betroffene einzuschüchtern, zu belästigen oder öffentlich zu diskreditieren und demokratische Strukturen zu schwächen, hieß es weiter.
In der Vergangenheit waren bereits andere Cyberattacken auf Parteien bekannt geworden. Ein Angriff auf die IT der SPD 2023 wurde russischen Akteuren zugeschrieben. Hinter einer ähnlichen Attacke 2024 auf die CDU wurden damals chinesische Akteure vermutet.
