Linke will Obdachlose in leeren Büros unterbringen

Kältewelle in Deutschland

Linke will Obdachlose in leeren Büros unterbringen


09.01.2026 – 13:31 UhrLesedauer: 1 Min.

Ein Obdachloser schläft bei eisigen Temperaturen und Schnee in einer Unterführung. (Quelle: IMAGO/imago)

Die Kältewelle hat Deutschland fest im Griff: Die Linke fordert jetzt, freie Büroflächen Obdachlosen zur Verfügung zu stellen.

Die Linke fordert angesichts der derzeitigen Kältewelle die Unterbringung von Obdachlosen in leer stehenden Bürogebäuden und in U-Bahnhöfen. „Die aktuellen Kältenächte machen unmissverständlich klar: Deutschland braucht sofort wirksame Schutzräume für obdachlose Menschen“, sagt der Bundesgeschäftsführer der Partei, Janis Ehling, t-online.

Es brauche nun „schnelle politische Entscheidungen und rechtliche Schritte, um leer stehende Büroflächen kurzfristig für obdachlose Menschen nutzen zu können“, so Ehling. Er verweist auf die Situation in Berlin: „Allein dort stehen über 1,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer, während Menschen keinen warmen Ort zum Schlafen finden.“ In Großstädten sollten auch U-Bahnhöfe als nächtliche Schutzräume zur Verfügung gestellt werden.

Die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hatte es bereits abgelehnt, ihre Bahnhöfe für Obdachlose in der Nacht offen zu lassen. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass die Sicherheit in sogenannten „Kältebahnhöfen“ nicht verlässlich gewährleistet werden könne, sagte eine Sprecherin am Freitag. In der Hauptstadt sind die U-Bahnhöfe unter der Woche nachts geschlossen, am Wochenende, wenn die U-Bahnen die gesamte Nacht durchfahren, bleiben sie geöffnet.

Ehling kritisiert diese Entscheidung scharf: „Wer bei Minusgraden auf Sicherheitsbedenken verweist, nimmt in Kauf, dass Menschen erfrieren.“ Er warnt: „Jedes Zögern gefährdet Menschenleben.“

Derzeit zieht das Sturmtief „Elli“ über Deutschland und bringt niedrige Temperaturen und vielerorts große Mengen Schnee über Deutschland. Experten warnen vor lebensgefährlichen Situationen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe ruft die Kommunen dazu auf, ausreichend viele Notunterkünfte bereitzustellen.

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