Mit dem Motorrad in der Kurve: Mit viel Gefühl bremsen

Essen (dpa/tmn) – Auf den ersten Motorradfahrten des Jahres sollten Biker besonders gut aufpassen. Noch sind vielleicht nicht alle Reflexe wieder da. Oder man ist Neuling auf dem Motorrad. Besonders in der Kurve sind Feingefühl und angepasstes Tempo gefragt.

Je stärker Biker hier in Schräglage bremsen müssen, desto höher ist nach Angaben des Instituts für Zweiradsicherheit (ifz) das sogenannte Aufstellmoment am Vorderrad. Das heißt, das Motorrad “möchte” sich aufrichten. Mit gezieltem Gegensteuern, also mit Druck auf das kurveninnere Lenkerende lasse sich das unterbinden.

Sachte in die Kurve rein

Dieses Verhalten sei allen Motorrädern eigen. Auch ABS hätte darauf keinen Einfluss, so das ifz. Daher der Rat: In Kurven möglichst nur behutsam und dosiert bremsen.

Und das nicht nur wegen des Aufstellmoments. Je schräger die Reifen rollen, desto mehr der vorhandenen Haftung müssen sie für die Seitenführung aufwenden. Andererseits sinkt der Grip, der noch Bremskräfte übertragen kann. Bei stärkerem Bremsen in größeren Schräglagen kann daher also abrupt die Haftung verloren gehen.

Auch die Regelvorgänge eines herkömmlichen ABS können die nötige feine Dosierung der Bremse nicht mehr ausreichend schnell zur Verfügung stellen.

Moderne Maschinen können mehr

Mittlerweile gibt es bei manchen modernen Maschinen ein spezielles Kurven- und Schräglagen-ABS. Damit lässt sich eine stabile Voll- beziehungsweise Schreckbremsung durchführen, so dass man auch beim Bremsen in Schräglage sicher zum Stehen kommen kann, so Matthias Haasper vom ifz.

“Doch auch mit diesem Helfer können Motorradfahrende die physikalischen Grenzen nicht erweitern und nicht jede Situation, die ein Bremsen in der Kurve erfordert, bewältigen.”

Darüber hinaus könne das Überfahren von Ölflecken, nassem Laub und ähnlichem bereits ohne Bremsen zum Sturz führen. Haasper rät zu einem Motorradtraining. Hier lässt sich das Verhalten des eigenen ABS-Systems kennenlernen und man eignet sich richtige Verhaltensmuster für den Notfall und einfach nur “für unterwegs” an.

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