Lidl verlangt nachts 3 Euro fürs Anwohnerparken

Parkplätze über Nacht

Pilotprojekt: Lidl verlangt 3 Euro fürs Parken


17.01.2026 – 12:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Lidl-Filiale: Das Pilotprojekt „Feierabendparken“ soll neue Wege zur Bewältigung des Parkplatzproblems in einer Großstadt wie Hamburg aufzeigen. (Quelle: IMAGO/Sven Heidmann)

Lidl öffnet seine Stellflächen für Anwohner – und die Stadt Hamburg macht mit. Ein Pilotprojekt zeigt jetzt, wie der umkämpfte Parkraum neu verteilt werden soll.

Ab Montag, dem 19. Januar 2026, verlangt Lidl fürs Parken auf seinen Kundenparkplätzen in Hamburg-Hamm eine Gebühr – allerdings nur außerhalb der Öffnungszeiten. Täglich von 18 bis 8 Uhr am Folgetag können Anwohner und Besucher insgesamt zehn Stellplätze digital buchen. Pro Nacht kostet das 3 Euro.

Hintergrund ist die angespannte Parkplatzsituation rund um die Filiale. Durch eine neu gestaltete Straße sind Parkmöglichkeiten weggefallen – und damit fehlen vielen Menschen in der Umgebung Stellplätze. Genau hier setzt das Pilotprojekt „Feierabendparken“ an: Die Stadt Hamburg startet es gemeinsam mit dem Discounter Lidl. Ungenutzte Flächen sollen nach Ladenschluss der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.

Wer bei Lidl einkauft, muss vorerst keine Gebühren zahlen. Kundinnen und Kunden können weiterhin kostenlos parken. Mit dem Pilotprojekt wollen der Discounter und die Stadt Hamburg die Parkplatzsituation in dicht besiedelten Wohnvierteln verbessern.

Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, erklärt den Hintergrund: Viele Flächen hat die Stadt bewusst begrünt, um den Klimaschutz zu stärken. Dadurch hat Hamburg Parkplätze zurückgebaut. Mehr Grün, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität seien das eine – gleichzeitig habe es aber auch das Versprechen gegeben, die weggefallenen Parkplätze zu ersetzen. Das sei durch das Projekt „Feierabendparken“ gelungen, so Neubauer.

Die Reservierung der Parkplätze läuft über die App des Anbieters Wemolo. Neben dem Preis pro Nacht bietet Lidl auch Pakete an: Ein Wochenpaket kostet 12 Euro, das Monatspaket für 30 Nächte liegt bei 30 Euro.

Bleibt das Projekt erfolgreich, könnte Hamburg das „Feierabendparken“ auf weitere geeignete Lidl-Standorte ausweiten. Ziel wäre es, den Parkdruck in verdichteten Stadtgebieten zu senken und vorhandene Flächen besser zu nutzen.

Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende, betont: „Parkflächen, die abends und nachts ungenutzt bleiben, sind in einer Großstadt wie Hamburg eine wertvolle Ressource, die sinnvoll genutzt werden kann, um den Parkdruck im öffentlichen Raum zu lindern.“

Für ihn zeige das Projekt auch, wie digitale Angebote und Kooperationen neue Lösungen schaffen können. Das Feierabendparken ermögliche es Anwohnerinnen und Anwohnern, unkompliziert eine Abstellfläche für ihr Fahrzeug zu bekommen. So entfalle das teils lange Suchen nach einem Stellplatz – was sich wiederum positiv aufs Klima auswirke, so Tjarks.

Hamburg ist nicht die erste Stadt mit einem solchen Modell. In Düsseldorf läuft bereits seit Juli 2024 ein ähnliches Pilotprojekt. Dort stellen vier Lidl- und vier Aldi-Filialen ihre Parkflächen nach Ladenschluss für Anwohner und Besucher zur Verfügung.

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