
Unglück in Tirol
Lawine rast Berg herunter – und reißt zwei Deutsche mit sich
Aktualisiert am 01.02.2026 – 11:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Sie sind zu viert auf über 2.000 Metern unterwegs, als plötzlich unbändige Schneemassen auf sie herabstürzen. Jetzt zählt jede Sekunde.
Am Samstag wurden gegen 10.50 Uhr in den Stubaier Alpen in Österreich zwei Deutsche von einer Lawine teilweise verschüttet. Die 58- und der 60-Jährige seien Teil einer vierköpfigen Skitourengruppe gewesen, die gerade in Richtung des Atterkarjöchl unterwegs war, als sich über ihnen plötzlich eine Lawine löste. Das teilte die Landespolizeidirektion Tirol mit.
Die Gruppe sei auf 2.400 Metern Höhe unterwegs gewesen, als das Unglück passierte, hieß es weiter. Die etwa 20 Meter breite Lawine sei an einem steilen Nordosthang abgegangen und hätte die beiden Deutschen aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt in Bayern etwa 50 bis 100 Meter weit mit sich gerissen.
Wie die Polizei mitteilte, hätten beide aber vorgesorgt, indem sie eine Notfallausrüstung und einen Lawinenairbag-Rucksack bei sich trugen. Letztere lösten sie auch aus – und konnten sich damit aus dem Schnee befreien. Die 58-Jährige sei unverletzt geblieben, der 60-Jährige hätte dagegen leichte Verletzungen davongetragen, hieß es. „Er konnte jedoch noch selbstständig zur Amberger Hütte absteigen“, so die Polizei.
Ihre beiden Begleiter, ein 56 Jahre alter Mann und eine 28-jährige Frau, beide ebenfalls aus Deutschland, hätten sich außerhalb des Lawinen-Anrisses befunden und seien deshalb nicht erfasst worden, erklärten die Behörden.
Es war nicht der einzige Unfall dieser Art am Wochenende. Gegen 14.30 Uhr sei am Samstag im etwa 40 Kilometer entfernten Gurgl im sogenannten Eiskögele ebenfalls eine Lawine abgegangen, teilte die Polizei mit. Dabei sei ein 31-jähriger Schweizer, der auch im Rahmen einer Skitour mit einer Gruppe unterwegs war, mitgerissen worden. Dabei sei er teilweise unter den Schneemengen begraben worden, so die Einsatzkräfte.
Er habe sich eine schwere Verletzung am Sprunggelenk zugezogen und sei mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden, hieß es weiter.
Der Lawinenwarndienst Tirol meldete unterdessen allein seit Freitag 23 Lawinenabgänge. „Die Verhältnisse bleiben angespannt und zum Teil heimtückisch“, heißt es auf der Homepage. Wintersportler werden dazu angehalten, ihre Routen überlegt und defensiv zu wählen. Dies sei „aktuell der Schlüssel für ein risikoarmes Wintersporterlebnis“.