Minister lässt Umweltgefahren prüfen

Wal-Laute „gehen durch Mark und Bein“


06.04.2026 – 15:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Buckelwal auf einer Sandbank vor der Insel Poel: Jetzt soll die Wasserqualität beim gestrandeten Wal geprüft werden. (Quelle: Marcus Golejewski/dpa)

Das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern verspricht, den Wal nicht aufzugeben. Es macht aber auch klar: Dem Tier gehe es „sehr schlecht“.

Der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal leidet weiter. Die „Ostsee-Zeitung“ zitierte am Ostermontag eine Anwohnerin: Das Tier habe in der Nacht Laute von sich gegeben, „die gehen durch Mark und Bein“.

Der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), gab unterdessen ein Update zum Zustand des Tiers. Noch atme der Wal. Aber dem Tier, das seit fast einer Woche an derselben Stelle in der Kirchsee vor der Insel Poel liegt, gehe es „sehr schlecht“.

Zugleich betonte er erneut, sein Ministerium gebe den Wal „bis zum letzten Atemzug“ nicht auf. Am Dienstag erwarte er aktuelle Einschätzungen von Experten zum Gesundheitszustand des Wals.

Sollte das gesundheitliche Gutachten eine Überlebenschance ergeben, bestehe eventuell die Möglichkeit, dass der Buckelwal von einem Katamaran in tieferes Wasser gebracht werden könnte, hatte Backhaus am Sonntag gesagt. Dies werde geprüft.

Dazu müsste der Wal allerdings zuerst einmal aus seiner aktuellen Lage befreit werden. Das neuesten Vermessungen zufolge 12,35 Meter lange Tier ist aufgrund seines Gewichts von etwa zwölf Tonnen bereits 50 bis 60 Zentimeter in den Ostseeboden eingesunken.

Am Montag erklärte der Minister, den Wal mit Bergegerät aus seiner derzeitigen Position zu holen, setze ihn schweren Qualen aus. Dass er solch einen Versuch überleben würde, sei „nach Ansicht aller Experten, die wir dazu befragt haben, unwahrscheinlich“. Derzeit gebe es keinen Wissenschaftler oder Veterinär, der zum Einsatz von Bergegerät rate.

Dafür nimmt das Umweltministerium nun auch mögliche Gefahren für Menschen in den Blick. Laut Backhaus soll geprüft werden, ob von dem sterbenden Tier Gefahren für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgehen. Dazu solle die Wasserqualität in der Kirchsee untersucht werden.

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