Rekordsaison in Aachen
Zukunft von Lars Gindorf: Neuer Hannover-Boss äußert sich
Aktualisiert am 08.06.2026 – 05:22 UhrLesedauer: 2 Min.
In Aachen liefert Lars Gindorf die beste Drittliga-Saison aller Zeiten eines Angreifers ab. Hannovers neuer Boss Jonas Boldt will nun vermitteln.
Kaum jemand hatte damit gerechnet, als Lars Gindorf spät im August 2025 per Leihe von Hannover 96 zur Alemannia wechselte: 28 Tore und 14 Vorlagen lieferte der 24-Jährige ab, womit er sich den Rekord für die meisten Tore und Scorerpunkte in einer Drittliga-Saison holte. Zusammen mit Sturmpartner Mika Schroers (21 Tore) bildete er das torgefährlichste Duo in der Geschichte der 3. Liga.
Im Juli kehrt er jetzt zu Zweitligist Hannover zurück – eigentlich. Denn sein Verhältnis zu 96-Trainer Christian Titz gilt als schwierig: Freigeist Gindorf, der zwischen offensivem Mittelfeld und der Mittelstürmerposition variiert, passte nicht in sein 3-5-2-Spielsystem. Hannover hatte ihn deswegen nach Aachen ausgeliehen. Bereits im Winter verzichtete Titz auf eine vorzeitige Rückholaktion, Kontakt zwischen den beiden soll nicht bestanden haben.
- Vor fast 20 Jahren: Als Manuel Neuers Weltkarriere auf dem Aachener Tivoli startete
- Heute vor 22 Jahren: Als die Alemannia sensationell im DFB-Pokalfinale stand
Jetzt kündigte Hannovers neuer Geschäftsführer Sport, Jonas Boldt, an, zwischen Titz und Gindorf vermitteln zu wollen. Boldt war vergangene Woche als neuer 96-Boss vorgestellt worden, am Montag hatte er dort seinen ersten Arbeitstag. Der Ex-HSV-Sportvorstand will mit Hannover nach dem verpassten Aufstieg in der abgelaufenen Saison zurück in die Bundesliga.
96-Boss über Gindorf: „Durchaus möglich, dass der Spieler hier erst mal aufschlägt“
Bei einer Pressekonferenz sagte er, dass er das Thema Gindorf „natürlich wahrgenommen“ habe. „Das ist eine interessante Baustelle. Das muss man sicher mit allen Beteiligten mal bewerten“, so Boldt. Er halte es für „durchaus möglich, dass der Spieler hier erst mal aufschlägt, dass ich ihn erstmal kennenlerne“. Er habe sich mehrere Drittligaspiele von Gindorf angeschaut und einen „engen Draht“ zu Aachens Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi.
Weiter wolle er aber nicht „über einzelne Personalien sprechen, ohne mit den Kandidaten selbst gesprochen zu haben“, erklärte Boldt. Gindorf selbst hatte sich im Frühjahr in einem Podcast ebenfalls skeptisch zu seiner Zukunft in Hannover geäußert. Sein kürzlicher Wechsel zur Agentur „Sports 360“ von Star-Berater Volker Struth wurde ebenfalls als Zeichen gewertet, dass er einen Wechsel anstrebt. Dort stehen unter anderem Bundestrainer Julian Nagelsmann, Nationalspieler Florian Wirtz sowie Weltmeister Toni Kroos unter Vertrag.
Gindorf besitzt bei 96 noch einen Vertrag bis 2027. Diesen Sommer wäre somit die letzte Möglichkeit, ihn zu verkaufen, bevor er im kommenden Jahr ablösefrei wechseln könnte. Sein Marktwert beträgt aktuell eine Million Euro, ein Verkauf würde Hannover voraussichtlich noch etwas mehr einbringen. Mehrere namentlich nicht genannte Clubs sollen an ihm interessiert sein.
