Zehn Tage vor der Wahl

Spitzenkandidaten treffen in SWR-„Wahlarena“ aufeinander

Aktualisiert am 13.03.2026 – 09:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Spitzenkandidaten der sieben Parteien mit Chancen auf einen Einzug in den Landtag stecken ihre Positionen ab. (Quelle: Andreas Arnold/dpa/dpa-bilder)

Das TV-Duell zwischen Ministerpräsident Alexander Schweitzer und CDU-Herausforderer Gordon Schnieder wirkte auf viele Beobachter eher wie ein Duett. Zwei Tage später wird es deutlich lebhafter: In der „Wahlarena“ des SWR diskutieren alle sieben Spitzenkandidaten – gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern – deutlich kontroverser.

Als die Kandidatinnen und Kandidaten die Bühne betreten, ist eine neue Umfrage zur Sonntagsfrage gerade veröffentlicht worden. Sie macht deutlich: In den letzten zehn Tagen bis zur Landtagswahl ist für keine Partei etwas entschieden – und alle müssen noch einmal intensiv um Stimmen werben.

Kontrovers geht es in der Live-Sendung gut zwei Stunden um Krankenhaussterben, Medizinstudienplätze, Industriearbeitsplätze, Förderschulen, Pflege, Spritpreise, Wahlalter, Straßenausbaubeiträge und Wohnen. Dabei stellen außer den Moderatoren Sascha Becker und Daniela Schick auch Bürger Fragen.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) und sein Herausforderer Gordon Schnieder (CDU) sprechen sich als „Herr Kollege“ an, wirken streckenweise – wie bei ihrem direkten Duell zwei Tagen zuvor im SWR – schon wie künftige Koalitionäre. Bei Themen wie einem umstrittenen Sonderurlaub für eine Landesbeamtin, der Krankenhauslandschaft, Bildung und den kommunalen Finanzen ist Schnieder angriffslustig – und kann damit auch punkten.

Nach der kurz vor der Sendung veröffentlichten ARD-Vorwahlumfrage von infratest liefern sich CDU und SPD (29 zu 28 Prozent) noch immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Eine schwarz-rote oder rot-schwarze Koalition scheint derzeit die wahrscheinlichste Regierungskoalition nach der Wahl am 22. März.

Schweitzer gibt sich staatsmännisch, als erfahrener, tatkräftiger Regierungschef – mitunter auch humorvoll. „Ich finde, dass wir das beste Bundesland der Welt sind“, antwortet er auf die Frage, was ihm für die Zukunft Mut macht.

Zwei Bürgern, die von einer überlasteten Förderschule und von der Ungewissheit eines Pflegeplatzes für eine Tochter mit Behinderung berichten, verspricht er, sich dem persönlich anzunehmen. In der Debatte um die gescheiterte Ansiedlung eines Unternehmens für Batteriespeicher in der Westpfalz, sagt er mit Blick auf Kommunen und Bund: „Mein Vorschlag ist, dass wir uns alle unterhaken. Es geht um den Industriestandort Deutschland.“

Schweitzer greift keinen der anderen Spitzenkandidaten an – mit einer Ausnahme: AfD-Landeschef Jan Bollinger. Als ein syrischer Flüchtling mit deutschem Pass im Publikum davon berichtet, wie sehr er und sein in Deutschland geborener Sohn unter Hass und rassistischer Stimmung leiden, und Bollinger sagt, seine Partei sei „keinesfalls gegen Ausländer als solche“, wirft ihm Schweitzer unter anderem „Heuchelei“ vor.

In diesem hitzigsten Teil der Fernsehsendung gehen alle Kandidaten die AfD an. Dabei geht es auch um die Aussage eines Landtagswahlkandidaten, nach der Syrer mit deutschem Pass auch abgeschoben werden sollten. Schnieder sagt zu Bollingers Argumentation: „Sie sollten sich schämen!“ Bollinger wiederum nennt Schnieder einen „lächerlichen Versager“. In der Umfrage liegt die AfD bei 19 Prozent.

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