Der 1. FC Köln zieht die Notbremse. Lukas Kwasniok muss seinen Cheftrainer-Posten räumen. Die Frage bleibt, ob die Trennung wirklich eine Veränderung schafft.

Der 1. FC Köln hat die letzten beiden Bundesliga-Spiele nicht verloren, sondern gegen den Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach je einen Punkt geholt. Dennoch waren die beiden Remis nicht ausreichend. Es hätte mindestens ein Sieg herausspringen müssen, um Lukas Kwasniok den Job zu retten.

Denn zwar blieb der FC zuletzt zweimal ungeschlagen, hat aber auch in den letzten 18 Spielen nur zweimal gewonnen. Der Blick auf die Ergebnisse und den Trend macht klar: Kwasniok hatte im Ergebnissport Fußball keine Argumente mehr, seinen Job zu behalten. Wer so lange so wenig punktet, der muss mit seiner Entlassung rechnen.

Der Zwiespalt für die Verantwortlichen um Sportchef Thomas Kessler war, dass die Leistungen zum allergrößten Teil der Saison gut waren. Auch am Samstag gegen Mönchengladbach. Gute Leistungen, eine Mannschaft mit großer Moral und viel Kampf. Kein Auftritt, der einen Riss zwischen Trainer und Spieler hätte vermuten lassen – es fehlten einzig die Punkte. Und an diese glaubte Kwasniok bis zuletzt. Auch am Samstag nach dem Spiel noch, als er ein flammendes Plädoyer für sich selbst hielt.

Kwasniok hat nie den Glauben verloren. Das muss man dem 44-Jährigen hoch anrechnen. Der emotionale Coach blieb immer optimistisch und schaffte es so, dass die Mannschaft ihm nie die Gefolgschaft verweigerte. Auch deswegen taten sich die Verantwortlichen schwer zu bewerten, ob ein anderer Trainer überhaupt bessere Arbeit verrichten würde.

So kam es nun vorerst zu einer internen Lösung mit René Wagner. Kessler und Co. müssen glauben, auf diese Weise die entscheidenden Prozente freizusetzen, die aus den diversen Unentschieden und knappen Niederlagen der letzten Wochen wieder Punkte und Siege machen. Doch dass man sich für die einfachste, nämlich eine Co-Trainer-Lösung, entschied, zeigt auch, dass echte Alternativen auf dem Trainermarkt rar waren.

Fakt ist: Wagner ist als Cheftrainer auf diesem Niveau gänzlich unerfahren. Seine Beförderung mag seine große Chance sein, sie ist aber auch ein Risiko für den FC. Zudem leitete Wagner die gesamte Saison über schon beinahe jede Trainingseinheit. Ganz so frisch ist der Wind also nicht, der jetzt am Geißbockheim wehen soll. Doch die FC-Bosse halten viel von Wagner. Jetzt muss er zeigen, dass er die beste Alternative ist.

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