
„Geht extrem auf den Senkel“
Wirbel wegen neuer KVB-Kampagne
22.01.2026 – 10:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Ist der neueste Versuch der KVB, für Ordnung am Bahnsteig zu sorgen, „rausgeschmissenes Geld“? Eine Kampagne verärgert Pendler. Was dahintersteckt.
„Nimm am Bahnsteig bitte keinen Zug“ – mit solchen Sprüchen will die KVB Fahrgäste davon abhalten, auch an oberirdischen Haltestellen zu rauchen. Doch die dritte Phase der Initiative „Seid lieb zueinander!“ stößt in sozialen Medien in diesen Tagen dabei auch auf harsche Kritik.
Von „völlig überzogen“ bis „rausgeschmissenes Geld“ reichen in einer Kölner Facebookgruppe die Reaktionen auf die Kampagne, die in den kommenden Wochen auf Plakaten, in Bahnen und besonders großflächig am Heumarkt zu sehen sein wird.
Der Hauptvorwurf: „Wer in Rauchverbotszonen raucht, lässt sich auch davon nicht abhalten“, bringt es eine Nutzerin auf den Punkt. Ein anderer ergänzt sarkastisch: „Kontrolle in Köln für sowas? Wenn es hochkommt, werde ich zwei Mal im Jahr mit dem Fahrschein kontrolliert.“
Besonders die moralisierende Tonalität der Kampagne kommt nicht bei allen gut an. „Ich bin Nichtraucher. Aber ich finde die Aktion absolut misslungen, weil sie mit Moralisierung arbeitet, was vielen Leuten inzwischen extrem auf den Senkel geht“, schreibt ein Nutzer.
Slogans wie „Rauchen am Bahnsteig schädigt die Nerven aller anderen“ – angelehnt an Warnhinweise auf Zigarettenschachteln – würden eher Augenrollen als Einsicht provozieren, so der Facebook-Nutzer.
Statt freundlicher Appelle fordern mehrere Kommentatoren klare Verbote oder pragmatische Lösungen. Eine Raucherin plädiert für ausgewiesene Raucherbereiche mit Aschenbechern an Haltestellen im Freien.
Die Initiative „Seid lieb zueinander!“ hatte die KVB im Februar 2024 gemeinsam mit der Band Cat Ballou gestartet. Frühere Phasen richteten sich gegen lautes Telefonieren und Verstöße beim Essen und Trinken.