Landung der Mond-Astronauten
Minuten wurden zur Ewigkeit
11.04.2026 – 09:43 UhrLesedauer: 2 Min.
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In der vergangenen Nacht sind die vier Astronauten der „Artemis 2“-Crew sicher auf der Erde gelandet. Kurz vorher kam es zu einem minutenlangen Kommunikationsblackout.
Es war neben dem Start und der Mondumrundung der riskanteste Teil der knapp zehntägigen Reise der „Artemis 2“-Crew: die Landung der „Orion“-Raumkapsel im Pazifik vor der Küste von San Diego in der vergangenen Nacht. „Wie aus dem Bilderbuch“, sagte Rob Navias, Sprecher der US-Raumfahrtbehörde Nasa, aus dem Kontrollzentrum.
Kurz zuvor allerdings lagen die Nerven aller Beteiligten blank. Als die Raumkapsel mit rund 40.000 km/h – etwa 11 Kilometer pro Sekunde – in die Erdatmosphäre schoss und planmäßig für sechs Minuten die Kommunikation zu den Astronauten und die Datenübertragung aus der Kapsel abbrach, konnte man auf den Livebildern aus dem Kontrollzentrum in Houston die Anspannung der Mitarbeiter förmlich spüren.
Außerdem erinnert man sich bei der Nasa auch 23 Jahre später noch lebhaft an den Wiedereintritt des Space Shuttle „Columbia“ 2003. Damals wurde der Hitzeschutzschild bereits beim Start beschädigt und sorgte dafür, dass das Raumfahrzeug beim Wiedereintritt in der Luft zerbrach. Alle sieben Insassen kamen damals ums Leben.
Als die sechs Minuten bei „Artemis 2“ nach einer gefühlten Ewigkeit in der vergangenen Nacht vorbei waren, war die Erleichterung im Kontrollzentrum zu spüren: „Houston, hier Integrity. Wir hören euch laut und deutlich“, sagte Artemis-2-Kommandant Reid Wiseman, als der Kontakt wieder hergestellt war. „Was für eine Reise.“ Die Crew sei „stabil“.
Dann öffneten sich die drei riesigen Fallschirme und die Raumkapsel landete genau wie geplant um 17.07 Uhr (Ortszeit; Samstag 2.07 Uhr unserer Zeit) im Ozean. Dort warteten bereits Spezialteams der US-Marine in mehreren Booten. Sie öffneten die Seitenluke der Raumkapsel und halfen den Astronauten nacheinander aus dem Raumschiff.
Die vier Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen hatten ihre Mission am 1. April mit dem Start am Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida begonnen.
Am vergangenen Montag umkreisten sie den Mond. Im Verlauf ihrer Reise waren die Astronauten weiter von der Erde entfernt als je ein Mensch zuvor: Sie stellten mit mehr als 406.000 Kilometern Entfernung zur Erde einen neuen Rekord auf. Zudem sammelten sie wertvolle wissenschaftliche Daten, um künftige bemannte Mondlandungen vorzubereiten.
