Coup im Volkspark?

Kuntz-Nachfolge: HSV bedient sich offenbar beim FC Bayern

Aktualisiert am 30.04.2026 – 07:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Kathleen Krüger (m.) mit der Meisterschale (Archivbild): Der HSV will die 40-Jährige offenbar zu den Rothosen holen (Quelle: IMAGO/Mladen Lackovic)

Ersatz für Stefan Kuntz beim HSV? Kathleen Krüger vom FC Bayern München soll auf den vakanten Sportvorstandsposten rücken.

Vier Monate nach der Trennung von Stefan Kuntz soll der Hamburger SV seinen vakanten Sportvorstandsposten besetzt haben. Wie das „Hamburger Abendblatt“ am Mittwochabend berichtet, habe sich der Aufsichtsrat des HSV bei einer Sitzung am Dienstag mehrheitlich für Kathleen Krüger entschieden. Die 40-jährige Bayern-Funktionärin solle zeitnah einen Vertrag in Hamburg unterschreiben.

Krüger ist derzeit beim FC Bayern München als Leiterin Organisation und Infrastruktur tätig. Einem breiten Publikum bekannt wurde sie als Teammanagerin des Rekordmeisters, wo sie regelmäßig an der Seite von Trainern wie Pep Guardiola, Hansi Flick, Niko Kovac oder Julian Nagelsmann in der Coachingzone zu sehen war. Zuletzt soll sie auch an Transfers mitgewirkt und einen engen Draht zu Trainer Vincent Kompany gehabt haben. Beim HSV soll sie künftig gemeinsam mit Eric Huwer den Vorstand führen.

Krüger wäre laut dem Bericht die erste Frau in der Rolle einer Sportvorständin in der Fußball-Bundesliga. Bei RB Leipzig ist seit Jahresbeginn die Schweizerin Tatjana Haenni Vorsitzende der Geschäftsführung, eine vergleichbare, wenngleich formal anders bezeichnete Führungsrolle. Beim HSV selbst war Katja Kraus von 2003 bis 2011 Marketingvorständin und 2009 nach der Trennung von Dietmar Beiersdorfer interimsweise erste Sportvorständin. Krüger wäre damit die zweite Managerin auf Vorstandsebene in der Vereinsgeschichte.

Der Auswahlprozess sei vom Aufsichtsrat gemeinsam mit der Agentur Pedersen & Partners und Headhunter Henrik Mook durchgeführt worden. Laut „Hamburger Abendblatt“ habe der HSV dabei auch bei Eintracht Frankfurts Markus Krösche und Stuttgarts Fabian Wohlgemuth angefragt. Krüger soll die Aufsichtsräte mit ihrer Kompetenz und ihrem Konzept überzeugt haben.

Krüger war einst selbst Profifußballerin: Von 2004 bis 2009 spielte sie für den FC Bayern München, ehe sie nach ihrer aktiven Karriere zunächst als Assistentin des damaligen Bayern-Sportdirektors Christian Nerlinger in die Vereinsarbeit wechselte. Sie bringe ein weitverzweigtes Netzwerk mit, das sie sich über viele Jahre beim Rekordmeister erarbeitet habe.

Claus Costa, der zwischenzeitlich selbst als Kandidat für eine Beförderung gegolten haben soll, solle Sportdirektor des HSV bleiben. Zwischen ihm und seiner künftigen Vorgesetzten dürfte die Zusammenarbeit reibungslos anlaufen: Beide absolvierten gemeinsam den Manager-Lehrgang des DFB und sind seit dieser Zeit miteinander bekannt.

Bislang gehörte Krüger nicht zu den Gesichtern, die die Öffentlichkeit mit dem deutschen Profifußball verbindet. Beim HSV dürfte sich das grundlegend ändern. Sie solle voraussichtlich auch den Kommunikationsbereich übernehmen, den zuvor Ex-Vorstand Kuntz verantwortet hatte.

Sportlich würde sie eine unmittelbare Herausforderung erwarten: Der HSV hat den Klassenerhalt in der Bundesliga noch nicht gesichert. Am Samstag (15.30 Uhr) spielen die Hamburger bei Eintracht Frankfurt. Krüger selbst werde zu diesem Zeitpunkt beim Spiel des FC Bayern gegen Heidenheim vor Ort sein. Ihre Gedanken dürften jedoch längst dem Volkspark gelten.

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