Nach Insolvenz

Kein Geld, kein Auto: Kunden von Autohaus stehen vor Totalverlust

16.10.2026 – 09:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Autohaus König in Berlin: Das Familienunternehmen führt zwölf PKW- und sechs Zweiradmarken im Sortiment. (Quelle: IMAGO/Joko/imago)

Die Insolvenz des Autohauses König sorgt nicht nur bei den Beschäftigten für Unsicherheit, sondern auch bei zahlreichen Kunden. Viele davon könnten ihr Geld verlieren.

Das Berliner Autohaus König hat Ende August 2026 beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 80 Standorte und etwa 1200 Beschäftigte. Die Verbindlichkeiten der Unternehmensgruppe sollen sich auf mehr als 212 Millionen Euro belaufen. Wie die „Welt“ berichtet, haben inzwischen drei große Unternehmen Interesse an einer Komplettübernahme verlautet. Ob es zu einer Rettung kommt, ist bislang nicht gesichert.

Eine besondere Rolle im Insolvenzfall spielt die Finanzierung der Fahrzeuge. Autohäuser finanzieren ihren Bestand häufig über Banken, die dafür die Fahrzeugbriefe als Sicherheit einbehalten. Nach der Insolvenz können diese Banken die Herausgabe verweigern, wenn noch offene Finanzierungsbeträge bestehen. Kunden, die bereits eine Anzahlung geleistet haben, können deshalb trotz ihrer Zahlungen leer ausgehen. Insolvenzberater Rainer Eckert zufolge sei die Bereitschaft der Hersteller, größere Fehlbeträge auszugleichen, bislang gering. Der Insolvenzverwalter wolle jedoch weiter auf die Hersteller einwirken, um möglichst viele Auslieferungen zu ermöglichen.

Bittere Aussicht für Kunden

Betroffene Autokäufer können ihre bezahlte Summe nicht ohne weiteres zurückfordern und müssen ihren Betrag gegebenenfalls zur Insolvenztabelle anmelden. Im späteren Hauptverfahren erhalten ungesicherte Gläubiger erfahrungsgemäß häufig nur einen kleinen Teil ihrer Forderungen zurück. Wer per Kreditkarte oder Lastschrift gezahlt hat, sollte prüfen lassen, ob eine Rückbuchung noch möglich ist. Wichtig ist außerdem, Kaufverträge, Zahlungsbelege und den gesamten Schriftverkehr aufzubewahren.

So können Gehälter gerettet werden

Auch für die Beschäftigten ist bisher unklar, wie es weitergeht. Die Lohnersatzleistungen laufen Ende Oktober aus. Eckert verhandelt nach eigenen Angaben mit den Banken darüber, finanzierte Fahrzeuge wieder verkaufen zu können. Gelingt eine Einigung, könnten die Erlöse Gehaltszahlungen im November ermöglichen. Bis zur Klärung der Zukunft des Unternehmens sollen nach Aussage des Insolvenzverwalters zunächst keine Kündigungen ausgesprochen werden. Positiv sei, dass die meisten Hersteller die Zusammenarbeit fortsetzen wollten. Mazda hingegen wolle die Kooperation beenden.

Für zusätzlichen Wirbel sorgt ein Streit um die Eigentumsverhältnisse. Kurz vor der Insolvenz hatte der Investor König Mobility Group die Mehrheit der Anteile übernommen. Anfang Oktober tauchte jedoch eine neue Gesellschafterliste auf, laut der die frühere Inhaberin Dagmar König wieder 64,56 Prozent der Anteile hielt. Das Berliner Landgericht erließ daraufhin eine einstweilige Verfügung und verpflichtete das Management, die Gesellschafterliste im Handelsregister zu korrigieren.

Zusätzliche Unsicherheit bringen die Entwicklungen auf Gesellschafterebene und weitere Insolvenzen innerhalb der Gruppe. Auch Tochtergesellschaften wie die König Werkstatt Service GmbH und die König Leasing GmbH haben Insolvenz angemeldet.

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