
Überlegt vorgehen
Steuerberater wechseln: So kündigen Sie richtig
Aktualisiert am 11.02.2026 – 10:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer sich nicht selbst um seine Steuern kümmern kann oder möchte, sucht Hilfe beim Profi. Aber lässt sich der so einfach wechseln, wenn man unzufrieden ist?
Manchmal ist es Unzufriedenheit, ein anderes Mal haben Steuerzahler einfach keine andere Wahl, als ihre Steuerberatung zu wechseln. Wie der Bund der Steuerzahler mitteilt, führt der demografische Wandel dazu, dass einige Steuerberater zum Eintritt in den Ruhestand keinen Nachfolger finden.
Gleichzeitig steigen gesetzliche Anforderungen und bürokratische Pflichten, was zu längeren Bearbeitungszeiten und eingeschränkter Erreichbarkeit führt. Die Frage, die sich Mandanten in solchen Fällen stellen: Ist ein Wechsel kompliziert?
Rechtlich gesehen nicht. „Ein Steuerberatungsmandat kann grundsätzlich jederzeit beendet werden, sofern im Vertrag nichts anderes vereinbart ist“, sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. Beim Lohnsteuerhilfeverein sieht es hingegen oft anders aus, weil die Mitgliedschaft in der Regel nur zum Jahresende mit einer bestimmten Frist gekündigt werden kann. „Wer mitten im Jahr wechseln möchte, sollte daher zuerst einen Blick in die Satzung werfen.“
Der eigentliche Aufwand liegt weniger in der Kündigung als in der Organisation der Unterlagen. Denn ein neuer Berater ist nur so gut wie die Informationen, die er erhält. Dazu gehören vor allem die letzten Steuerbescheide, abgegebene Steuererklärungen, Schriftverkehr mit dem Finanzamt sowie Informationen über laufende Einsprüche oder Prüfungen.
Grundsätzlich gilt: Die Originalunterlagen gehören dem Mandanten. Der bisherige Berater darf sie nicht einbehalten, auch nicht bei offenen Rechnungen. Digitale Daten müssen zumindest in lesbarer Form herausgegeben werden. In der Praxis empfiehlt es sich jedoch, sämtliche Unterlagen gesammelt anzufordern, bevor das Mandat offiziell beendet wird. Das erleichtert den Übergang erheblich.
Der Wechsel der steuerlichen Unterstützung ist darum also weder ein Tabu noch ein rechtliches Risiko. Er ist vielmehr eine legitime und mitunter erforderliche Entscheidung. Bei guter Vorbereitung und überlegtem Angang lässt sich viel Stress vermeiden.