
Crash! Boom! Bang!
Warum Bitcoin zum Sorgenkind der Anleger wird
Aktualisiert am 03.02.2026 – 13:18 UhrLesedauer: 4 Min.
Der Bitcoin-Kurs fällt deutlich, während Anleger das Weite suchen. Welche Kräfte den Markt bremsen und woran sich jetzt entscheidet, wie es weitergeht.
Anfang der Woche rutschte die älteste Kryptowährung Bitcoin zeitweise unter 75.000 US-Dollar und erreichte damit Kursniveaus, die zuletzt im April 2025 zu sehen waren. Seit dem Rekordhoch im Oktober hat Bitcoin mehr als ein Drittel seines Werts eingebüßt, ein Verlust von rund 800 Milliarden US-Dollar an Marktwert.
Während viele Anleger gehofft hatten, dass Kryptowährungen von einer unter US-Präsident Donald Trump erwarteten kryptofreundlichen Regulierung profitieren würden, entwickelte sich der Markt in eine andere Richtung. Statt Bitcoin standen zuletzt Gold und Silber im Fokus – mit deutlich besserer Wertentwicklung.
Doch warum geraten Kryptowährungen so stark unter Druck? Und ist der aktuelle Rückgang bereits eine Chance zum Einstieg oder drohen weitere Verluste?
Der Kursrutsch bei Bitcoin kommt nicht aus dem Nichts. Er ist Teil eines breiten Abverkaufs an den globalen Finanzmärkten. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem sogenannten Risk-off-Modus. Das bedeutet: Anleger meiden riskante Anlagen und parken ihr Geld lieber in als sicher geltenden Vermögenswerten.
Besonders auffällig sei dabei die Entwicklung bei Edelmetallen, sagt Johanna Belitz, Head of Nordics beim Krypto-Emittenten Valour. Gold hatte innerhalb von sechs Monaten um mehr als 50 Prozent zugelegt, verlor dann aber binnen einer Woche rund elf Prozent. Silber brach sogar um fast 30 Prozent ein.
„Die These, dass Kapital aus Gold in Bitcoin umgeschichtet wird, hat sich bislang nicht bestätigt“, erklärt Belitz. Stattdessen ziehen Anleger offenbar Kapital aus mehreren Anlageklassen gleichzeitig ab.
Auch Maximilian Wienke, Marktanalyst beim Handelsportal eToro, sieht keinen klassischen Crash, sondern einen Stimmungswechsel. Kryptowährungen seien derzeit schlicht nicht mehr gefragt. Die oft bemühte Idee vom Bitcoin als „digitalem Gold“ greife kurzfristig nicht. „Kapital fließt nicht in das Neue oder Innovative, sondern in das Vertraute und Bewährte“, so Wienke.