Nach t-online-Bericht
Frohnmaier bricht sein Schweigen – Hagel greift an
05.03.2026 – 16:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Der AfD-Spitzenkandidat für Baden-Württemberg gibt die Anstellung seines Vaters im Bundestag zu. Er selbst spricht von einer „Anti-AfD-Kampagne“. Scharfe Kritik kommt vom CDU-Kandidaten Manuel Hagel.
Einen Tag nach einem t-online-Bericht über die Anstellung seines Vaters bei der AfD-Bundestagsabgeordneten Diana Zimmer hat der AfD-Landesvorsitzende von Baden-Württemberg und Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier das Beschäftigungsverhältnis eingeräumt. Frohnmaier will am Sonntag bei der Landtagswahl Ministerpräsident werden. Zimmer ist seine Wahlkampfmanagerin und Mitglied seines Landesvorstands. Zuvor hatte t-online bereits die Beschäftigung von Frohnmaiers Ehefrau beim Bundestagsabgeordneten Johannes Martel aus seinem Landesverband öffentlich gemacht.
„Im Rahmen einer Anti-AfD-Kampagne wird derzeit versucht zu skandalisieren, dass mehrere Personen mit demselben Nachnamen in der AfD engagiert sind“, sagte Frohnmaier am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er bestätigte die Anstellung seines Vaters, diese und die seiner Frau seien vollständig rechtmäßig. „Ich bin stolz darauf, dass sich zwei Familienmitglieder für die AfD und für Baden-Württemberg einbringen.“ Vor Veröffentlichung hatten weder Frohnmaier noch Zimmer noch Martel auf Anfrage von t-online die Anstellungen bestätigen wollen. Nun sagte Frohnmaier der dpa: „Von Vetternwirtschaft, unzulässigen Anstellungen oder zwielichtigen Absprachen kann keine Rede sein.“
Den Recherchen von t-online zufolge hatte Frohnmaier als Landesvorsitzender koordiniert, wer in der AfD-Aufstellungsversammlung im Mai 2025 für welchen Listenplatz der Landtagswahl kandidieren soll. Diana Zimmers Bruder, Alexsei Zimmer, kandidierte schließlich ohne Gegenkandidat für Platz 12, wurde von der Delegiertenversammlung bestätigt und wird damit vermutlich sicher in den kommenden Landtag von Baden-Württemberg einziehen.
Scharfe Kritik kommt aufgrund der jüngsten Recherchen vom CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Manuel Hagel. „Was wir bei der AfD sehen, ist ein erschreckendes Ausmaß an Filz und Selbstbedienung“, sagte Hagel t-online. „Das sind Clanstrukturen.“ Es gehe der AfD darum, Verwandte zu versorgen. „Es geht nicht um Deutschland, es geht um die eigene Familienkasse“, sagte Hagel weiter. Baden-Württemberg brauche Lösungen für die Menschen – „nicht Steuergeldposten für die Verwandtschaft“.
In der AfD wird derzeit über Vetternwirtschaft debattiert, insbesondere aufgrund von Anstellungsverhältnissen in der AfD Sachsen-Anhalt. In dem Bundesland waren zuletzt mehrere Fälle bekannt geworden, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Bundestagsabgeordneten beschäftigt wurden. Die AfD-Fraktion im Bundestag hatte diese Woche erst ihren Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt ausgeschlossen. Schmidt hatte die Debatte über Vetternwirtschaft in der Partei ins Rollen gebracht. Gegen ihn selbst läuft ein Parteiausschlussverfahren aufgrund ähnlich gelagerter Vorwürfe.
