Kreuzbandriss: Ursachen, Symptome, Behandlung

Häufige Knieverletzung

Wie sich ein Kreuzbandriss bemerkbar macht – und was hilft


Aktualisiert am 06.01.2026 – 11:52 UhrLesedauer: 3 Min.

Gerissenes Kreuzband: Wenn von einem Kreuzbandriss die Rede ist, ist in aller Regel das vordere Kreuzband im Kniegelenk gemeint. (Quelle: janulla/getty-images-bilder)

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Eine falsche Bewegung kann genügen: Der Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten Sportverletzungen. Welche Symptome auftreten und welche Behandlung hilft.

Ein falscher Schritt, eine abrupte Drehung – und plötzlich schießt ein Schmerz ins Knie. Bei einem Kreuzbandriss ist meist das vordere Kreuzband betroffen, das für die Stabilität des Kniegelenks entscheidend ist.

Im Knie verlaufen zwei Kreuzbänder: ein vorderes und ein hinteres. Sie liegen überkreuz und verbinden Oberschenkelknochen und Schienbein. Während das hintere Kreuzband nur selten reißt, kommt es beim vorderen deutlich häufiger zu Verletzungen.

Wie es zu einem Kreuzbandriss kommt

Das vordere Kreuzband wird bei vielen Sportarten stark beansprucht. Besonders riskant sind schnelle Richtungswechsel, abrupte Stopps oder Sprünge mit ungünstiger Landung. Eine Überstreckung oder Verdrehung des Knies kann dann ausreichen, um das Band zu zerreißen. Häufig passiert das beim Fußball, Handball, Volleyball, Skifahren oder Eishockey.

Typische Symptome eines Kreuzbandrisses

Im Moment der Verletzung verspüren Betroffene meist einen starken Schmerz. Viele berichten außerdem von einem kurzen Knack- oder Schnalzgeräusch im Knie. Kurz darauf schwillt das Gelenk oft an, da es zu einer Einblutung ins Knie kommt.

Die Schmerzen lassen jedoch häufig relativ schnell nach. Genau das führt dazu, dass der Kreuzbandriss nicht immer sofort erkannt wird. Stattdessen zeigt sich später ein anderes Problem: Das Knie fühlt sich instabil an.

Manche Betroffene bemerken diese Instabilität erst Wochen oder Monate nach der Verletzung, etwa beim Sport oder bei Belastung im Alltag. Typisch ist das Gefühl, dass das Knie plötzlich nachgibt oder „wegknickt“. Fachleute sprechen dabei vom sogenannten „Giving-way“. Zudem haben viele den Eindruck, Ober- und Unterschenkel würden gegeneinander verrutschen.

Nach einem Unfall sollte das Knie zunächst geschont und gekühlt werden, um die Schwellung zu begrenzen. Eine Hochlagerung kann ebenfalls helfen. Um das Gelenk zu entlasten und zu stabilisieren, kommen häufig Kniebandagen oder spezielle Orthesen zum Einsatz. In manchen Fällen erleichtern Gehhilfen vorübergehend den Alltag.

Kreuzbandriss: Zu der schmerzhaften Sportverletzung kommt es meist durch eine Überstreckung oder Verdrehung des Knies. (Quelle: agmit/getty-images-bilder)

Wie Ärzte einen Kreuzbandriss feststellen

Zur Diagnose untersucht ein Orthopäde zunächst das Knie und prüft dessen Beweglichkeit und Stabilität. Bestimmte klinische Tests können Hinweise auf einen Riss geben, indem sie zeigen, ob sich der Unterschenkel ungewöhnlich stark verschieben lässt.

Bildgebende Verfahren unterstützen die Diagnose. Röntgenaufnahmen zeigen zwar keine Bänder, können aber knöcherne Begleitverletzungen sichtbar machen. Ein Magnetresonanztomogramm (MRT) eignet sich besonders gut, um den Zustand der Bänder, des Meniskus und weiterer Strukturen im Knie zu beurteilen.

Behandlung: Operation oder konservative Therapie?

Ob ein Kreuzbandriss operiert werden muss, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem das Alter der betroffenen Person, der individuelle Aktivitätsanspruch, die Stabilität des Kniegelenks und die Einschränkungen im Alltag.

Nicht jeder Kreuzbandriss erfordert zwingend eine Operation. In manchen Fällen reicht eine gezielte physiotherapeutische Behandlung aus, um die Muskulatur rund um das Knie zu stärken und dem Gelenk wieder ausreichend Stabilität zu geben. Vor allem Menschen mit moderatem sportlichem Anspruch kommen damit häufig gut zurecht.

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