
Spieler stürzen sich auf Torschützen
Wüste Kreisliga-Prügelei nach Freistoß-Coup
18.11.2025 – 10:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Tor bei einem Fußballspiel lässt die Emotionen überschäumen. Direkt nach dem Wiederanstoß wird es wild. Am Ende muss die Polizei kommen.
Ein Freistoßtor hat bei einem Kreisligaspiel in Nordrhein-Westfalen eine wüste Gewalteskalation ausgelöst. Spieler der DJK Gummersbach II schlugen und traten so heftig auf einen Spieler des SV Thier ein, dass dieser stationär im Krankenhaus aufgenommen werden musste. Zudem sollen sie ihn rassistisch beleidigt haben.
Beim Stand von 1:1 hatte der Schiedsrichter in der 65. Minute auf Freistoß entschieden. Während sich die Gäste aus Gummersbach noch sortierten, gab der Schiri den Ball frei. Ein 20-Jähriger vom SV Thier nutzte das: Er zog aus 30 Metern Entfernung ab und traf zum 2:1 für die Heimmannschaft.
Laut Polizei begannen Spieler der Gummersbacher unmittelbar darauf, den Torschützen anzupöbeln. Es sollen rassistische Schimpfworte gefallen sein. Dirk Kamenik, Erster Vorsitzender des SV Thier, schilderte der „Kölnischen Rundschau“ die Situation so: „Die vermutlichen Beleidigungen wurden auf einer Sprache ausgesprochen, die ich und viele andere Zuschauer nicht verstanden haben. Unser Spieler hat sie jedoch verstanden und sich verbal dagegen gewehrt.“
Direkt nach Wiederanpfiff wurde es körperlich. Insgesamt drei Gästespieler griffen den 20-jährigen Torschützen an und verprügelten ihn brutal. In einem Facebook-Beitrag schrieb der SV Thier am Montag: „Auf einen bereits am Boden liegenden Spieler mit Stollenschuhen einzutreten und ihm dabei Verletzungen im Bereich von Nacken, Brustkorb und Bauch zuzufügen, die einen stationären Krankenhausaufenthalt erforderlich machen, ist inakzeptabel, unentschuldbar und menschenverachtend.“
Laut „Kölnischer Rundschau“ konnte die Situation auf dem Platz nur mühsam entschärft werden. Der Schiedsrichter brach das Spiel ab. Rettungsdienst und Polizei wurden alarmiert.
Als die Beamten eintrafen, war die Gästemannschaft schon weg. Die Polizei konnte die drei mutmaßlichen Angreifer aber ausfindig machen. Der „Kölnischen Rundschau“ zufolge sind sie 27, 29 und 37 Jahre alt. Der 37-Jährige habe eine Gefährderansprache erhalten.
Das Opfer befindet sich laut dem SV Thier auf dem Weg der Besserung. Der 20-Jährige könne das Krankenhaus hoffentlich bald verlassen. „Wir wünschen ihm weiterhin viel Kraft und eine schnelle Genesung“, schrien sein Verein – und stellte klar: „Gewalt – egal in welcher Form – hat auf Fußballplätzen keinen Platz. Rassismus schon gar nicht.“