Nach Krawallen

Politiker fordern Konsequenzen für Dynamo Dresden und Hertha

07.04.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion: Nach den Krawallen beim Spiel gegen Hertha BSC wird der Ruf nach scharfen Konsequenzen laut. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa)

Stadionverbote, Auflagen, mögliche Kostenbeteiligung: Der politische Druck auf die Vereine wächst. Sachsens Innenminister stellt den Kurs grundsätzlich infrage.

Nach den schweren Ausschreitungen beim Zweitligaspiel Dynamo Dresden gegen Hertha BSC fordern Politiker in Sachsen Konsequenzen für beide Vereine.

Der sächsische BSW-Innenpolitiker Bernd Rudolph verlangte Stadionverbote, klare Auflagen und ein entschiedenes Vorgehen gegen gewaltbereite Fans. „Vereine stehen hier in der Verantwortung – und sie müssen dieser auch gerecht werden“, sagte Rudolph.

Auch die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag meldete sich zu Wort. Die Ausschreitungen zeigten erneut, dass Teile der Fanszene bewusst eskalierten und Gewalt in Kauf nähmen, so die Fraktion. Die eingeleiteten Ermittlungsverfahren durch Polizei und DFB seien notwendig, dürften aber nicht das einzige Signal bleiben.

Rudolph sagte weiter: „Was wir in Dresden erlebt haben, ist keine Fankultur, sondern organisierte Gewalt. Wer so handelt, verlässt den Boden unseres Rechtsstaats.“ Es entstehe erneut der Eindruck, dass man sich mit problematischen Teilen der Fanszene arrangiert habe, sagte er.

Beim Spiel hatten Fans beider Vereine randaliert. Zunächst wurde Pyrotechnik gezündet. Dann kletterten Fans über Zäune und attackierten sich im Innenraum des Stadions. Das Spiel musste zweimal unterbrochen werden. Die Polizei hat mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren eingeleitet, auch der DFB ermittelt.

Rudolph verwies auf den Aufwand des Einsatzes: „Hunderte Einsatzkräfte, Unterstützung aus anderen Bundesländern, erhebliche Kosten – und das alles, um Situationen zu beherrschen, die vermeidbar wären. Das kann auf Dauer nicht der Normalzustand sein.“ Eine finanzielle Beteiligung der Vereine an solchen Kosten sei in Sachsen bislang kein Thema. Angesichts der Entwicklungen dürfe diese Debatte aber kein Tabu mehr sein, wenn andere Maßnahmen nicht griffen, sagte Rudolph.

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) verurteilte die Ausschreitungen scharf. Es könne kein Pardon mehr geben, seine Geduld habe ein Ende, sagte er. Die Vorfälle stünden symbolisch für eine „Gewaltfolklore“ in deutschen Fußballstadien und stellten den bisherigen Verhandlungsweg mit DFB und DFL grundsätzlich infrage.

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