Neue Zahlen
Krankheit und Alter dominieren Deutschlands Sozialausgaben
23.07.2026 – 16:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutschlands Sozialleistungen steigen 2025 auf 1,43 Billionen Euro. Der größte Teil entfällt auf zwei Bereiche: Krankheit und Alter.
Fast genau ein Jahr ist es her, dass Bundeskanzler Friedrich Merz einen Satz sprach, der nicht nur den Koalitionspartner SPD irritierte. „Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar“, sagte der CDU-Politiker im vergangenen August. Neue Zahlen des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) zeigen nun, wie groß die Ausgaben für soziale Sicherung in Deutschland tatsächlich sind – und wohin der größte Teil des Geldes fließt.
Nach dem Sozialbudget 2025 summieren sich die Sozialleistungen in Deutschland auf geschätzt 1,431 Billionen Euro. Das sind 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Sozialleistungsquote, also der Anteil der Sozialleistungen am Bruttoinlandsprodukt, steigt demnach von 31,3 Prozent im Jahr 2024 auf 32,0 Prozent im Jahr 2025. Rechnerisch entspricht damit fast jeder dritte Euro der deutschen Wirtschaftsleistung den Sozialleistungen.
Rund 70 Prozent für Krankheit und Alter
Besonders auffällig ist die Verteilung der Ausgaben. Rund 70 Prozent der Sozialschutzleistungen entfallen auf nur zwei Bereiche: Krankheit und Alter.
Für den Bereich Krankheit weist das Sozialbudget 2025 geschätzt 469,1 Milliarden Euro aus. Für den Bereich Alter sind es 492,6 Milliarden Euro. Zusammen ergibt das rund 961,7 Milliarden Euro. Bezogen auf die Sozialschutzleistungen ohne Verwaltungs- und sonstige Ausgaben entspricht das etwa 70 Prozent.
Die großen Kostenblöcke des deutschen Sozialstaats liegen damit nicht in erster Linie bei politisch umstrittenen Einzelposten wie dem Bürgergeld, das seit 1. Juli 2026 Grundsicherungsgeld heißt, sondern in den Systemen für Gesundheit, Pflege, Rente und Alterssicherung. Das Bürgergeld macht im Sozialbudget 2025 geschätzt 57,5 Milliarden Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr sinken die Ausgaben dafür sogar leicht. 2024 lagen sie noch bei 58,2 Milliarden Euro.
Gesundheit und Pflege legen stark zu
Stark steigen dagegen die Ausgaben in anderen Bereichen. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung erhöhen sich laut Sozialbudget von 326,0 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 351,0 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das ist ein Plus von 7,7 Prozent.
Noch deutlicher fällt der Anstieg in der Pflegeversicherung aus. Dort steigen die Leistungen von 65,7 Milliarden Euro auf 73,0 Milliarden Euro – ein Plus von 11,2 Prozent. Auch die Rentenversicherung legt zu: von 408,2 Milliarden Euro auf 432,0 Milliarden Euro, also um 5,8 Prozent.
Den kräftigsten Anstieg verzeichnen die Ausgaben der Arbeitslosenversicherung. Ihre Leistungen wachsen laut Sozialbudget von 39,2 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 45,4 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von 15,7 Prozent.
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