Analyse der hkk Bremen

Diese Störung wird immer häufiger diagnostiziert


Aktualisiert am 05.04.2026 – 14:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Kind beim Puzzlen (Symbolbild): Frühe Hilfe ist für betroffene Familien besonders wichtig. (Quelle: IMAGO/YEVGEN_RYCHKO)

Eine Bremer Krankenkasse stellt den kontinuierlichen Anstieg einer Störung fest. Jungen und junge Männer sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Mädchen und junge Frauen.

Immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland erhalten die Diagnose Autismus. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Krankenkasse hkk mit Sitz in Bremen. Autismus gilt als neurologische Entwicklungsbesonderheit mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen.

Im Jahr 2024 lag die Betroffenenquote von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) bei den 0- bis 24-Jährigen bei 1,0 Prozent. 2023 lag sie bei 0,9 Prozent, 2022 bei 0,8 Prozent. Damit zeige sich ein moderater, aber kontinuierlicher Anstieg, so die hkk.

Zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine Auffälligkeit: Jungen und junge Männer sind mit 1,4 Prozent weiterhin mehr als doppelt so häufig betroffen wie Mädchen und junge Frauen (0,6 Prozent). „Die Zahlen zeigen, dass Autismus längst kein Randthema mehr ist“, sagt Dr. Anas Nashef, Autismustherapeut und Leiter mehrerer Autismus-Therapiezentren in Bremen und Niedersachsen. Insbesondere betroffene Mädchen und junge Frauen würden immer noch zu spät oder gar nicht mit der Störung diagnostiziert werden.

Ein Grund dafür sei, dass viele Mädchen mit Autismus früh lernen, soziale Auffälligkeiten zu überspielen oder sich stark anzupassen, so Dr. Anas Nashef. Dadurch sind Schwierigkeiten im Alltag nicht immer auffällig und die Diagnose erfolgt oft erst später.

Der Anstieg an Diagnosen sei laut Einschätzung von Dr. Anas Nashef aber nicht nur auf eine tatsächliche Zunahme von Autismus zurückzuführen. Auch eine verbesserte Diagnostik, höhere Sensibilität im medizinischen und pädagogischen Bereich sowie eine breitere Definition des Autismus-Spektrums tragen dazu bei.

Für betroffene Kinder und ihre Familien sei es wichtig, dass sie frühzeitig unterstützt werden, merkt Dr. Cornelius Erbe an. Er ist Leiter des hkk-Versorgungsmanagements. Passgenaue Therapieangebote sowie eine bessere Aufklärung im sozialen Umfeld würden dazu beitragen.

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