Ende der Mitversicherung für Ehepartner?

Grüne zweifeln Ernsthaftigkeit der Pläne an


24.03.2026 – 17:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Britta Haßelman: Die Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen hat Zweifel. (Quelle: IMAGO/Mike Schmidt/imago)

Der Bundesregierung drohen Defizite bei Kranken- und Pflegeversicherung. Im Raum steht die Streichung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Bei den Grünen gibt man sich skeptisch.

Die Grünen zweifeln an der Ernsthaftigkeit der von der schwarz-roten Bundesregierung angekündigten Reformagenda. Mit Blick auf ein mögliches Aus der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann: „Wichtig ist, dass nicht jede Woche ein Vorschlag eingebracht wird, der eine Haltbarkeit von vielleicht zwei Tagen hat und danach wieder in der Versenkung verschwindet.“

Das „Handelsblatt“ hatte unter Berufung auf Koalitionskreise über Überlegungen berichtet, die kostenlose Mitversicherung für Ehepartner in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung abzuschaffen. Wer bisher kostenlos mitversichert war, könnte demnach künftig einen Mindestsatz von etwa 225 Euro im Monat zahlen. 200 Euro davon sollen an die Krankenversicherung, 25 Euro an die Pflegeversicherung gehen. Eine finale Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Ergebnisse einer Reformkommission sollen wohl am Montag vorgestellt werden.

Grünen-Politikerin Haßelmann sagte weiter, sie sei nicht sicher, ob dieser Vorschlag von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Bestand habe. Wenn man über die Erwerbstätigkeit von Frauen rede, sei es wichtig, auch über Themen wie Ehegattensplitting, Zugang zu Vollzeitbeschäftigung, verlässliche Kindertagesbetreuung zu sprechen, betonte sie. Prinzipiell seien die Grünen bereit, sich beim Thema Reformen einzubringen, wenn die Koalitionsparteien auf sie zukämen.

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Linda Heitmann betonte, die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern sei ein Hemmnis für die Erwerbstätigkeit von Frauen. Deshalb sehe man klaren Reformbedarf, sagte Heitmann der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

„Wer in Vollzeit Care-Arbeit leistet – sich also um die Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmert, sollte in dieser Zeit nach unseren Überlegungen beitragsfrei eigenständig weiter krankenversichert sein“, forderte sie. Die kostenlose Mitversicherung schaffe „unnötige Abhängigkeiten“ in Ehen. Es müsse unabhängig von der Partnerschaft beitragsfreien Krankenversicherungsschutz während der Care-Arbeit geben.

Dem „Handelsblatt“ zufolge sind in Deutschland 16 Millionen Menschen kostenlos mitversichert, der Großteil davon sind allerdings Kinder. Das soll auch den Plänen zufolge weiterhin so bleiben. Bei den Erwachsenen liegt die Zahl demnach bei ungefähr drei Millionen. Auch dort soll es den Überlegungen zufolge aber Ausnahmen für Menschen geben, die Kinder unter sechs Jahren haben oder pflegebedürftige Angehörige.

Share.
Die mobile Version verlassen