Kosten sie bald überall Geld?

Verbot von Knotenbeuteln?

Rewe: Das wird es weiterhin gratis geben


10.01.2026 – 08:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Rewe-Logo auf Gebäude: Rewe hält an kostenlosen Plastiktüten für Obst und Gemüse fest. (Quelle: IMAGO/Steven Mohr/imago)

Die dünnen Plastiktüten im Lebensmittelhandel sind bei Kunden sehr begehrt. Bei manchen Supermarktketten sind sie noch kostenlos. Könnte sich das ändern?

Beim Obst- und Gemüsekauf greifen viele Kunden weiterhin zu den dünnen Plastikbeuteln – den sogenannten Knotenbeuteln oder Hemdchentüten. Dafür müssen sie teilweise einen symbolischen Betrag zahlen. Aldi, Lidl und Netto Marken-Discount hatten diesen von 1 auf 2 Cent erhöht. Bei Kaufland kosten die dünnen Plastikbeutel nach eigenen Angaben vorerst weiterhin 1 Cent. Und wie sieht es bei den Supermarktketten aus?

Bei den vielen Edeka-Filialen sind Obst- und Gemüsebeutel kostenlos. Einige Filialen führen sie hingegen gar nicht mehr. Sie bieten als Alternative kostenlose Papiertüten für loses Obst und Gemüse an. Die Unterschiede kommen durch die genossenschaftliche und dezentrale Struktur des Unternehmens zustande. So kann jeder Inhaber selbst entscheiden, wie er seine Filiale(n) führt.

Rewe teilte t-online auf Anfrage mit, dass es den Knotenbeutel vorerst weiterhin kostenlos geben wird. „Wir beobachten Branchenentwicklungen intensiv und bewerten auch diesen Sachverhalt regelmäßig neu. Aktuell ist keine Bepreisung geplant.“

Als Begründung teilte die Supermarktkette mit, dass in den eigenen Filialen deutlich mehr loses Obst und Gemüse angeboten wird als bei Discountern. Dementsprechend hoch sei der Bedarf an den dünnen Beuteln. Zudem sehe man bislang keine „Lenkungswirkung“ dadurch, dass diese Beutel bei anderen Händlern wenige Cent kosten. Eine Gebühr im Cent-Bereich führe aus Sicht des Unternehmens nicht zu einem geringeren Verbrauch.

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht die geringe Bepreisung der Knotenbeutel als kritisch an. „In Deutschland werden insgesamt 2,4 Milliarden dünne Einweg-Plastiktüten pro Jahr verbraucht. Ein Tüten-Cent wird daran jedoch nichts ändern“, erklärt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Ein Lenkungseffekt hin zu einem geringeren Verbrauch ist bei einem so niedrigen Betrag nicht zu erwarten.“ Damit tatsächlich weniger Obst- und Gemüsebeutel verbraucht werden, müssten diese laut Metz mindestens 20 Cent kosten. Sie fordert: „Am besten wäre es, die Einweg-Tütchen ganz abzuschaffen.“

Nicht unbedingt. Zwar sollen bestimmte Plastiktüten und Einweg-Plastikverpackungen ab 2030 EU-weit verboten werden. Es gibt allerdings Ausnahmen: So dürfen bestimmte Plastikverpackungen aus hygienischen Gründen weiterhin genutzt werden. Dazu zählen unter anderem Knotenbeutel. Einige EU‑Mitgliedstaaten hatten sich gegen ihr Verbot gewehrt. Demnach kann jedes Land selbst entscheiden, ob es die Knotenbeutel verbieten oder eine Gebühr hierfür verlangen möchte.

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