Demenzvorsorge im Alltag

Können Haustiere vor geistigem Abbau schützen?


11.03.2026 – 14:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Älterer Mann mit Hund (Symbolbild): Haustiere können den Alltag bereichern und womöglich sogar der geistigen Gesundheit zugutekommen. (Quelle: monkeybusinessimages/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Ein Haustier kann der Gesundheit zuträglich sein, gerade im Alter. Ob Hund, Katze oder Vogel auch zur Demenzvorsorge beitragen können, erfahren Sie hier.

Einsamkeit und ein Mangel an körperlicher Aktivität gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für Demenz. Wer ein Haustier hat, fühlt sich oft weniger allein und ist in der Regel täglich in Bewegung – Letzteres zumindest, wenn es sich um einen Hund handelt. Somit erscheint es verständlich, wenn sich ältere Menschen von ihrem flauschigen, gefiederten oder geschuppten Gefährten mehr erhoffen als nur Zerstreuung und Unterhaltung im Alltag: Könnte ein Haustier auch helfen, das Gehirn länger fit zu halten?

Die Forschung beschäftigt sich schon länger mit dieser Frage. Und tatsächlich liefern einige Studien Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Haustierhaltung und geistiger Gesundheit im Alter. Es gibt jedoch ein Aber.

In einer britischen Langzeitstudie wurden knapp 8.000 Erwachsene ab 50 Jahren über mehrere Jahre hinweg wiederholt zu ihrem Leben und ihrer Gesundheit befragt und regelmäßig mit kognitiven Tests untersucht. Dabei zeigte sich: Wer ein Haustier hatte, baute bestimmte geistige Fähigkeiten im Durchschnitt etwas langsamer ab als Teilnehmende ohne Tier. Bemerkbar machte sich dies insbesondere

Auffällig war: Dieser Zusammenhang zeigte sich vor allem bei allein lebenden Personen. Bei Menschen, die mit Partner oder Familie zusammenlebten, ließ sich kein vergleichbarer Effekt beobachten. Das könnte darauf hindeuten, dass Haustiere womöglich einen Teil der schädlichen Folgen sozialer Isolation abfedern.

Andere Untersuchungen kamen zu ähnlich ermutigenden Ergebnissen. So fanden Forschende, dass ältere Erwachsene, die über viele Jahre hinweg ein Haustier hielten, in Gedächtnistests teilweise besser abschnitten als Personen ohne Tier.

Der Haken an solchen Studien ist indes, dass sie nur Zusammenhänge feststellen – und keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen belegen. Das heißt: Sie beweisen nicht, dass das Haustier selbst wirklich der Grund für das geringere Risiko ist. Ebenso schlüssig wäre die umgekehrte Erklärung: Menschen, die körperlich fitter, sozial aktiver oder generell gesünder sind, entscheiden sich möglicherweise eher für ein Haustier – und profitieren auch aus anderen Gründen von einem geringeren Demenzrisiko.

Haustiere können Demenz nicht verhindern. Ob und inwieweit sie das Risiko senken können, lässt sich aus bisheriger Forschung nicht mit Gewissheit sagen. Trotzdem sprechen mehrere Gründe dafür, dass Haustiere der Gesundheit im Alter dienlich sind. Sie können Struktur in den Alltag bringen, soziale Kontakte fördern, emotional guttun und – im Falle eines Hundes – sogar zum körperlichen Training beitragen.

Ein Tier bedeutet aber auch Verantwortung, Aufwand und Kosten. Ob Hund, Katze, Sittich, Hamster oder Fisch: Gerade im höheren Alter kann die Versorgung eines Haustieres zur Belastung oder sogar Überforderung führen – erst recht bei gesundheitlichen Einschränkungen. Und auch aus Sicht des Tierwohls sollte die Entscheidung gut überlegt sein. Ist es nicht mehr möglich, das Tier zuverlässig und regelmäßig gemäß seinen Bedürfnissen zu pflegen und zu versorgen, besteht die Gefahr, dass es ungewollt vernachlässigt wird und leidet.

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