Pollen, Hausstaub, Tierhaare

Einmal allergisch, immer allergisch? Was eine Studie zeigt


22.06.2026 – 12:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Mann mit Heuschnupfen (Symbolbild): In Deutschland erkrankt etwa jeder Dritte im Laufe des Lebens an einer Allergie – Tendenz steigend. (Quelle: ProfessionalStudioImages/getty-images-bilder)

Wer schon von klein auf unter Heuschnupfen leidet, bleibt nicht zwangsläufig lebenslang allergisch. Laut einer aktuellen Studie können Allergien wieder verschwinden.

Kinder, die auf Gräserpollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben reagieren, müssen damit nicht unweigerlich ihr Leben lang kämpfen. Eine große österreichische Langzeitstudie zeigt, dass Allergien sich im Laufe des Lebens verändern können und etwa verschwinden, neu entstehen oder zeitweise unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin „Clinical and Translational Allergy“ nachzulesen.

Allergien sind nicht so dauerhaft wie gedacht

Bislang gingen Fachleute oft davon aus, dass eine allergische Sensibilisierung dauerhaft bestehen bleibt – das Immunsystem also bereit ist, auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen oder Tierhaare übermäßig zu reagieren. Sie gilt als Voraussetzung für Erkrankungen wie Heuschnupfen, allergisches Asthma oder Neurodermitis.

  • Pollenallergie: „Diese Krankheit wird immer noch unterschätzt“
  • Hilfe für Erwachsene: Studie findet neue Hoffnung für Erdnuss-Allergiker

Forscher aus Wien haben diese Annahme nun überprüft. Für die sogenannte Lead-Studie wurden mehr als 5.000 Menschen zwischen 6 und 82 Jahren über mehr als zehn Jahre hinweg begleitet. Mehrfach führten die Wissenschaftler Hauttests durch, um allergische Sensibilisierungen nachzuweisen: Dieser sogenannte Prick-Test prüft die Reaktion auf zwölf häufige Luftallergene, darunter Gräser, Birke, Esche, Ambrosia, Hausstaubmilben, Schimmelpilze sowie Hunde- und Katzenhaare.

Allergische Sensibilisierung: Was ist das?

Von einer Sensibilisierung ist die Rede, wenn der Körper beim ersten Kontakt mit einem Allergen (etwa Pflanzenpollen) Antikörper bildet und diese sich an bestimmte Zellen binden. Bei erneutem Kontakt setzen diese Zellen dann Botenstoffe frei, darunter das Gewebshormon Histamin. Als Folge kommt es zu allergischen Reaktionen wie Niesen, Husten oder Hautausschlag.

Bei jedem Siebten änderte sich die Allergie

Die meisten Teilnehmer zeigten über die gesamte Studiendauer ein stabiles Bild: Bei rund 54 Prozent kamen dauerhaft keine Allergien vor, während bei knapp 31 Prozent dauerhaft Allergien vorlagen.

Doch bei etwa 15 Prozent änderte sich der Status im Laufe der Zeit:

  • Bei 5,6 Prozent verschwand die Allergie.
  • 4,8 Prozent entwickelten eine neue Allergie.
  • 4,6 Prozent zeigten wechselnde Testergebnisse (etwa, weil das Vorkommen der Allergene jahreszeitlich oder umweltbedingt schwankte).

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Allergien deutlich dynamischer sind als bislang angenommen.

  • Allergiediagnose: Lassen sich Heuschnupfen & Co. mit Atemtest erkennen?
  • Für Asthmatiker und Allergie-Geplagte: Neuer Wirkstoff in der Therapie

Neue Allergien auch im Erwachsenenalter

Besonders häufig entstanden neue Allergien bei Kindern und Jugendlichen. Doch auch Erwachsene und ältere Menschen waren nicht dagegen gefeit. Als Auslöser spielten vor allem Ambrosiapollen, Baumpollen sowie Tierhaare eine Rolle.

Die Forscher vermuten, dass Umweltfaktoren hierbei relevant sind. So ist die Pollensaison (also die Blühphase) etwa infolge des Klimawandels länger und intensiver.

Share.
Die mobile Version verlassen