Kölsche Kippa Köpp erhalten antisemitische Hass-Mail

„Mer dun et för Kölle“

„Kölsche Kippa Köpp“ machen antisemitische Hass-Mail öffentlich

20.01.2026 – 05:26 UhrLesedauer: 1 Min.

Aaron Knappstein (Archivbild): Der Präsident des jüdischen Karnevalsvereins „Kölsche Kippa Köpp“ zitierte bei der Veranstaltung im Maritim aus der Hass-Mail. (Quelle: Henning Kaiser/dpa/dpa)

Eine Hass-Mail trifft den jüdischen Karnevalsverein „Kölsche Kippa Köpp“. Präsident Aaron Knappstein reagiert öffentlich und bewegt das Publikum.

Aaron Knappstein, Präsident der Kölsche Kippa Köpp, hat bei der Vereinsveranstaltung „Falafel & Kölsch“ eine anonyme Hass-Mail öffentlich gemacht. Der Absender sprach ihm darin das Recht ab, das Sessionsmotto „Mer dun et för Kölle“ zu nutzen. „Menschen wie du, müssten sagen, ‚Mer dun et för Israel'“, hieß es in dem Schreiben. Am besten solle er das sagen, wenn er nach Israel verschwinde.

„Ich weiß, dass in diesem Saal niemand so denkt. Aber es gibt Menschen, die so denken. Auch in unserer Stadt“, wird Knappstein im „Kölner Stadt-Anzeiger“ zitiert. Das Motto habe für ihn nun eine neue Bedeutung: „‚Mer dun et för Kölle‘ muss heißen, dass wir immer wieder klar und deutlich für die offene und tolerante Stadt, für die Demokratie und unser Lebensgefühl kämpfen müssen.“ Die Gäste applaudierten stehend.

Für einen weiteren emotionalen Moment sorgte die Ernennung von Ludwig Sebus zum Ehrenmitglied. Der 100-Jährige nahm gerührt sein Vereinskrätzchen entgegen. Knappstein begründete die Ehrung auch mit einer persönlichen Geschichte: Sebus‘ Vater Jakob habe während der NS-Zeit einen jüdischen Kaufmann im Kindergarten St. Michael versteckt.

„Ich bin sehr, sehr stolz und gerührt, dass man an mich gedacht hat. Ich mache das auch für meinen Vater“, sagte Sebus unter Tränen. Dann fragte er verschmitzt, wann die Kippa Köpp endlich das Dreigestirn stellen würden, der Saal quittierte es mit Jubel. Unter den Gästen waren Oberbürgermeister Torsten Burmester und Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden.

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