Stationsbericht 2025
Köln hat die meisten Problembahnhöfe im Rheinland
31.03.2026 – 06:10 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Rheinland-Stationsbericht 2025 ist erschienen – und für Köln fällt er bitter aus. Warum gleich fünf Kölner Bahnhöfe in der schlechtesten Kategorie landen.
Täglich steigen rund 12.400 Menschen in Köln-Ehrenfeld in den Zug – oder versuchen es zumindest. Schön ist das nicht wohl nicht. Der Bahnhof im dicht besiedelten Stadtbezirk ist verdreckt, vandalisiert, von Graffiti überzogen. Sogar der Versuch, mit künstlerisch gestalteten Graffiti etwas Farbe in die trostlose Atmosphäre zu bringen, ist gründlich schiefgegangen. Ehrenfeld gehört zu den vier schlechtesten Bahnhöfen im gesamten Rheinland – und ist damit kein Einzelfall in Köln.
Denn gleich fünf Stationen auf Kölner Stadtgebiet landen im aktuellen Stationsbericht 2025 von go.Rheinland in der untersten Bewertungskategorie – mehr als in jeder anderen Stadt des Verbundgebiets. Neben Ehrenfeld trifft es Chorweiler, Longerich, Frankfurter Straße und Airport/Businesspark. Der Bericht bewertet insgesamt 195 Bahnhöfe im Rheinland und erscheint in diesem Jahr zum 13. Mal – mit dem bisher schwächsten Ergebnis.
Wurden 2024 noch 22 Stationen im Rheinland mit „sehr gut“ bewertet, sind es diesmal nur noch zehn. Die Zahl der inakzeptablen Bahnhöfe stieg von neun auf 16 – ein Anstieg von vier auf acht Prozent. Insgesamt erhielten 45 Prozent aller bewerteten Stationen eine der beiden schlechtesten Noten. Sechs Bahnhöfe in der Eifel konnten wegen der noch immer nachwirkenden Flutschäden nicht in die Bewertung einbezogen werden.
Die Deutsche Bahn hat gemeinsam mit go.Rheinland und dem Land NRW rund 22 Millionen Euro für die Reinigung aller Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen ausgegeben. Allein die Beseitigung von Graffiti und Vandalismusschäden kostete zusätzlich einen einstelligen Millionenbetrag – entfernt wurden Schmierereien von insgesamt 18.000 Quadratmetern, also einer Fläche so groß wie drei Fußballfelder. Der Einsatz von Sicherheitspersonal wurde um 60 Prozent hochgefahren.
Gebracht hat es wenig. „Viele unserer Bemühungen werden jedoch dadurch wieder zunichte gemacht, weil sich die Zahl der Vandalismus-Fälle im Gebiet von go.Rheinland 2025 nahezu verdoppelt hat“, sagte ein Bahnsprecher dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Auch frisch installierte Ticketautomaten – go.Rheinland hat im vergangenen Jahr 330 neue Geräte aufgestellt, die in der Bewertung gut abschneiden – sind vor Beschädigung nicht sicher. Aufzüge und Zugangsbereiche schnitten gegenüber dem Vorjahr noch einmal merklich schlechter ab.
go.Rheinland-Geschäftsführer Norbert Reinkober kündigte an, die Problemstationen gemeinsam mit der DB InfraGo gezielt unter die Lupe zu nehmen. Wo nötig, sollen Mitarbeiter die Bahnhöfe persönlich besichtigen, um danach konkrete Verbesserungsmaßnahmen festzulegen. Dass das dauern kann, liegt an den oft verzweigten Zuständigkeiten zwischen Bahnbetreibern, Kommunen und Infrastruktureigentümern. „Hierfür ist es notwendig, die genauen Zuständigkeiten zu identifizieren und alle Beteiligten ins Boot zu holen“, sagte Reinkober dem „Stadt-Anzeiger“. Das könne im Einzelfall dazu führen, dass eine Station insgesamt schlecht bewertet werde, obwohl einzelne Bereiche durchaus in Ordnung seien.
