
Staatsanwaltschaft ermittelt
Schwere Vorwürfe nach Verlobung im Stadion – Klub erklärt sich
03.02.2026 – 22:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Amateurschiedsrichter Pascal Kaiser hatte sich vor dem Bundesliga-Spiel des 1. FC Köln im Stadion verlobt – dabei sucht ihn die Staatsanwaltschaft. Der Bundesliga-Klub erklärt sich.
Die Bilder der Verlobung von Pascal Kaiser und seinem Partner vor der Bundesliga-Partie zwischen den Rheinländern und dem VfL Wolfsburg (1:0) ging schon wenige Minuten nach dem Ja-Wort von 50.000 Zuschauern viral.
Doch die Geschichte hat einen Haken. Wie der „Tagesspiegel“ zuerst berichtete, wird Kaiser seit mehr als einem Jahr von der Kölner Staatsanwaltschaft gesucht. Die Kölner „Bierpongbar“ erhob nach dem öffentlichen Antrag bei Instagram schwere Anschuldigungen, es geht dabei um Forderungen zwischen 5.000 und 6.000 Euro. Kaiser soll Wechselgeld aus der Kasse gestohlen, einen privaten Geburtstag auf Firmenkosten ausgerichtet und Umsatz unterschlagen haben, so die Vorwürfe.
Die Staatsanwaltschaft erklärte „Bild“ und „Tagesspiegel“, warum Kaiser seinem Partner dennoch öffentlich einen Antrag machen konnte. „Das Verfahren ist hier Anfang 2025 vorläufig eingestellt worden, weil keine sicheren Erkenntnisse dazu vorlagen, wo der frühere Angestellte tatsächlich wohnte beziehungsweise wo er sich länger aufhielt.“
Beim 1. FC Köln zeigte man sich ob der Vorwürfe überrascht. „Als wir die Anfrage für den ersten homosexuellen Heiratsantrag in einem Bundesliga-Stadion erhielten, war es für uns selbstverständlich, diesem wichtigen Zeichen für queere Sichtbarkeit einen entsprechenden Rahmen zu geben. Die positiven Reaktionen weltweit zeigen, wie viel Kraft dieses Symbol entfaltet hat“, teilte der Verein auf Anfrage von t-online mit.
Gäste, die Teil der Stadionshow seien oder als Interviewpartner in den Klubmedien auftreten, würden vorab nicht einer polizeilichen Hintergrunduntersuchung unterzogen.
„Während ein Führungszeugnis bei der Einstellung neuer Mitarbeitender in sensiblen Bereichen wie der Nachwuchsarbeit oder Fanbetreuung beim 1. FC Köln obligatorisch ist, wäre ein solches Vorgehen für Interviewpartner im Alltag weder praktikabel noch angemessen“, erklärte der Klub auf t-online-Anfrage.
Der Verein könne die Vorwürfe nicht überprüfen und würde weiterhin aus tiefster Überzeugung für Vielfalt, Toleranz und ein diskriminierungsfreies Miteinander stehen. Man habe mit Bekanntwerden der Vorwürfe Pascal Kaiser und die Ermittlungsbehörde kontaktiert.