So gehörte Keuchhusten vor etwas mehr als 100 Jahren noch zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern. Doch nach Einführung der Impfung sind die Fallzahlen für Erkrankung und Tod durch Keuchhusten im Kindesalter stark zurückgegangen.
Darum empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), alle Menschen bereits im Säuglingsalter (ab dem zweiten Lebensmonat) gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Das Ziel ist es, dass die besonders gefährdeten Babys und Kleinkinder möglichst frühzeitig ihren eigenen Impfschutz gegen Bordetella pertussis aufbauen. Optimalen Schutz bietet allerdings nur eine vollständige Grundimmunisierung, die aus drei Impfungen besteht:
Doch auch dieser Schutz vor Keuchhusten ist trotz der dreifachen Impfung nicht von Dauer. Darum sind im Vorschul- und Jugendalter sowie bei Erwachsenen Auffrischimpfungen notwendig: Diese erinnern das Immunsystem sozusagen an den Erreger und erhalten so den Impfschutz aufrecht.
Neben den Auffrischimpfungen für alle rät die Stiko speziell Frauen in jeder Schwangerschaft sowie allen Kontaktpersonen von Neugeborenen, deren letzte Impfung mindestens zehn Jahre her ist, sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen: Das dient vor allem dem Schutz der Neugeborenen. Ferner sind regelmäßige Impfungen (im Abstand von mindestens zehn Jahren) für Beschäftigte in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen sinnvoll.
Wie wichtig diese Impfempfehlungen sind, zeigt auch das Alter derer, die an Keuchhusten erkranken: Mittlerweile treten 60 Prozent aller Erkrankungen im Alter ab 18 Jahren auf. Denn während die meisten Kinder gegen Keuchhusten geimpft sind, verpassen Jugendliche und Erwachsene oft die empfohlenen Auffrischungen. Die Folge: Ihr Impfschutz lässt nach, sodass sie sich vergleichsweise häufiger anstecken.
Fazit: Die aktuell verfügbaren Impfstoffe gegen Bordetella pertussis bieten immer noch den besten Schutz. Denn wer geimpft ist, hat ein geringeres Risiko, selbst an Keuchhusten zu erkranken sowie andere mit Keuchhusten anzustecken. Und wer trotz Impfung erkrankt, hat zumindest eine bessere Chance auf einen milden Verlauf.
