Weil die Fahrzeuge ursprünglich nicht für dieses Konzept ausgelegt waren, müssen zentrale Komponenten nachträglich integriert werden. Das verzögert die Entwicklung und treibt die Kosten. Der Marktstart verschiebt sich erheblich: 2028 soll es erst losgehen.
Parallel dazu bleibt auch die Software bei Scout ein Unsicherheitsfaktor. Die Zusammenarbeit mit dem US-Start-up Rivian soll eine neue Generation softwaredefinierter Fahrzeuge ermöglichen. Gerade für Scout wäre sie ein zentraler Baustein. Doch auch hier gibt es Verzögerungen. Stattdessen muss nach aktuellen Informationen erneut die konzerneigene Softwareeinheit Cariad einspringen.
Die operativen Probleme verweisen auf eine größere Frage, berichtet die „Wirtschaftswoche“: Welche Rolle soll der US-Markt künftig für Volkswagen spielen? Eigentlich war geplant, Nordamerika stärker auszubauen und als Gegengewicht zum China-Geschäft zu nutzen. Dieses Ziel ist zuletzt in weite Ferne gerückt. Der Marktanteil liegt weiterhin bei rund vier Prozent. Und der Fokus auf Verbrenner und Hybridmodelle bedeutet, dass der Konzern mehrere Technologien parallel weiterentwickeln muss – mit entsprechend hohen Kosten.
Im Unternehmen wird diese Entwicklung zunehmend kritisch gesehen. Die Aufgabe, daraus eine tragfähige Strategie zu formen, liegt nun bei Nordamerika-Chef Kjell Gruner. Er soll die Marke stärker an den US-Markt anpassen, das Angebot neu ausrichten und die Positionierung schärfen. Neue Elektroautos sollen jedenfalls erst auf Basis der kommenden SSP-Plattform mit leistungsfähigen Batterien und kürzeren Ladezeiten Ende des Jahrzehnts starten – in der Hoffnung, dass der US-Markt dann bereit für Elektromobilität ist.
Denn klar ist schon jetzt: Der US-Markt verlangt von Volkswagen andere Antworten als Europa oder China.
