
Nobelort in den Alpen
Ministerium: Reiche nutzte Dienstwagen für privates Event
31.01.2026 – 16:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Wirtschaftsministerin Reiche fuhr mit ihrem Dienstwagen samt Chauffeur zu einem Privattermin in Österreich. Zuvor war die Ministerin der Frage ausgewichen.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat erstmals bestätigt, dass Ministerin Katherina Reiche für ihre Reise zu einem mehrtägigen Treffen im österreichischen Seefeld ihren Dienstwagen samt Fahrer eingesetzt hat. Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Michael Kellner hervor, die dem Magazin „Der Spiegel“ vorliegt.
Demnach befanden sich Fahrer und Fahrzeug am 2. Oktober 2025 im Rahmen eines dienstlichen Termins in München. Im Anschluss sei der Wagen „privat genutzt“ worden – konkret für die Fahrt zur Veranstaltung „Moving Mountains“, die vom 2. bis 5. Oktober im Wintersportort Seefeld stattfand. Am Folgetag seien Chauffeur und Fahrzeug nach Berlin zurückgekehrt.
Zuvor war das Ministerium Fragen nach der Dienstwagennutzung für das Treffen mehrfach ausgewichen. Auch Reiche selbst hatte sich im Wirtschafts- und Energieausschuss des Bundestags Mitte Januar nicht konkret geäußert. Stattdessen betonte sie, die private Nutzung des Dienstwagens sei erlaubt und werde als geldwerter Vorteil versteuert.
Im Ausschuss sagte Reiche außerdem, sie habe bei ihrer Teilnahme am Treffen „keine Ressourcen des Ministeriums genutzt“ und „keine öffentlichen Kosten“ verursacht. Diese Darstellung weist Grünen-Politiker Michael Kellner nun entschieden zurück. „Natürlich hat Frau Reiche auch Ressourcen des Ministeriums genutzt – nämlich Dienstwagen und Fahrer“, sagte der ehemalige Staatssekretär. „Ich verstehe nicht, warum die Ministerin versucht, das Parlament zu täuschen.“
Das Event in Seefeld wurde unter dem Titel „Moving Mountains“ von Reiches Lebensgefährten, dem ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, zusammen mit Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz organisiert. Es fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Gästeliste ist nicht offiziell bekannt.