Norbert Rier

Kastelruther-Spatzen-Sänger rechnet mit Schlager-Shows ab


22.10.2026 – 12:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Norbert Rier: Der Kastelruther-Spatzen-Sänger steht seit 1979 mit seiner Musikgruppe auf der Bühne. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Joachim Hahne)

Norbert Rier nimmt kein Blatt vor den Mund. Der Schlagerstar übt er deutliche Kritik an den großen TV-Shows von Silbereisen und Zarrella – und nennt gleich mehrere Gründe.

Seit Jahrzehnten gehören die Kastelruther Spatzen zu den bekanntesten Namen der deutschsprachigen Volksmusik. Ihr Frontsänger Norbert Rier hat nun im Interview dem Portal „Schlager.de“ offen über ein Thema gesprochen, das ihn beschäftigt: die großen Schlager-Shows, wie etwa von Florian Silbereisen und Giovanni Zarrella.

Sein Urteil fällt klar aus. Zu viele Effekte, zu wenig Abwechslung bei den Gästen – und dahinter stecke ein System, das von außen gesteuert werde. „Da sind halt nur immer wieder die bestimmten Künstler dabei, die da mit in dem Boot drinnen sind“, sagt er. Plattenfirmen und Medien hätten Einfluss darauf, wer auftreten dürfe. Andere Künstler, die das Zeug dazu hätten, würden dabei blockiert.

Schlagerstar Norbert Rier: „Man schüttelt manchmal schon den Kopf“

Auch die Inszenierung stört den Sänger. Bei den vielen Lichtern und Effekten „kriegt man direkt Kopfweh“, sagt Rier. Musik solle beruhigen, man solle sie genießen können. Trotzdem bleibe er gelassen: „Man sollte sich nicht ärgern, aber man schüttelt manchmal schon den Kopf.“

Junge Künstler fragten Rier immer wieder um Rat. Seine Antwort sei dieselbe, die er einst seinem eigenen Sohn gegeben habe: Man dürfe nicht zu viel erwarten und brauche Geduld. Was man mache, müsse von Herzen kommen. Den Kastelruther Spatzen sei es gelungen, auf dem Boden zu bleiben. „Dann tut’s net so weh, wenn man mal runterfällt“, so Rier.

Die Kritik, dass bei Zarrella und Silbereisen stets die gleichen Künstler auf der Bühne stehen, ist nicht neu. Silbereisen wies diese im Interview mit der Schweizer Zeitung „Blick“ zurück. „Wir haben in den letzten Jahrzehnten so vielen neuen Stars eine Chance gegeben“, betonte er.

Florian Silbereisen: Der Moderator präsentiert seit zehn Jahren den „Schlagerbooom“in der ARD. (Quelle: Kerstin Joensson/Getty Images)

Dabei zog der Moderator auch einen Vergleich zum Fußball: „In der Champions League spielen auch immer mal überraschende Teams mit, aber sicher dabei sind Bayern München, Real Madrid, Liverpool und Manchester City. Und das erwarte ich als Fan auch.“

Auch Zarrella betonte, stets bemüht um eine gute Balance zu sein, um die Sendungen „spannend und abwechslungsreich“ zu gestalten. Große Namen kehren dennoch immer wieder zurück, denn „die Fans lieben und schätzen diese Gäste“, sagte Zarrella im Gespräch mit der „Münchner Abendzeitung“. Gleichzeitig versuche er, auch neuen Talenten eine Bühne zu bieten.

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