
Symptome und was hilft
Karpaltunnelsyndrom – wenn die Hand nachts einschläft
Aktualisiert am 19.01.2026 – 11:04 UhrLesedauer: 3 Min.
Wenn Sie mitten in der Nacht mit einem tauben Gefühl in der Hand aufwachen und die Finger kribbeln, plagt Sie womöglich das Karpaltunnelsyndrom. Erfahren Sie hier, was dagegen hilft und wann eine Operation nötig ist.
Der Karpaltunnel ist eine Art Kanal im Handgelenksbereich, durch den Sehnen, Bänder und Nerven laufen. Kommt es regelmäßig – vor allem in der Nacht – zu Kribbeln oder Brennen der Hand, ist möglicherweise der Mittelarmnerv (auch Nervus medianus genannt) eingeklemmt. Die Gefühlsstörungen treten hauptsächlich am Daumen, Zeige- und Mittelfinger auf, erklärt Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte in Krefeld.
Besonders im frühen Stadium werden die Anzeichen oft nicht ernst genommen. Kommt es jedoch zu einer Regelmäßigkeit der Symptome, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Häufig klagen Betroffene über:
Oft tritt das Kribbeln nach Belastung des Handgelenks, wie beispielsweise nach Haushalts- oder Gartenarbeit, auf. Aber auch die abgeknickte Haltung bei Computerarbeit oder beim Sport verstärkt die Symptome, erläutert der Experte. Auch die Häufung der Beschwerden in der Nacht ist auf das Abknicken des Handgelenks im Schlaf und einer daraus resultierenden eingeschränkten Durchblutung zurückzuführen.
Hormonelle Veränderungen wie beispielsweise in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können verantwortlich für eine vermehrte Wassereinlagerung in den Gelenken sein. Krankheiten wie Rheuma, Schilddrüsenüber oder -unterfunktion, Diabetes oder Nierenschwäche sind weitere mögliche Ursachen. In manchen Familien tritt ein Karpaltunnelsyndrom gehäuft auf. In dem Fall spricht man von erblicher Disposition.
Bei wiederkehrenden Beschwerden, die auch tagsüber auftreten, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen und sich neurologisch untersuchen lassen. Bei einer frühen Diagnose oder einer leichten Ausprägung des Karpaltunnelsyndroms kann das Tragen einer Schiene helfen. Eine vorübergehende Therapie mit Kortison kann außerdem verhindern, dass der Nerv weiter Schaden nimmt, sagt Bergmann. Kurzzeitig lassen sich die Beschwerden lindern, indem man das Handgelenk umlagert oder die Hand ausschüttelt.
Das Tragen einer Nachtlagerungsschiene hilft, das Handgelenk in einer neutralen Position zu halten. Das Gelenk darf nicht gequetscht werden. Es geht lediglich darum, ein Abknicken zu vermeiden und den Druck vom Mittelarmnerv zu nehmen. Aus diesem Grund sollte eine Schiene nicht bei Tag angelegt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder lassen Sie sich im Sanitätshaus individuell beraten.