Kann man an Epilepsie sterben?

„Gewitter im Kopf“-YouTuber stirbt mit 27

Das bedeutet die Todesursache von Jan Zimmermann


25.11.2025 – 10:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Jan Zimmermann (l.) vom YouTube-Kanal „Gewitter im Kopf“ ist tot. (Quelle: Gerald Matzka/dpa)

Der plötzliche Tod von YouTube-Star Jan Zimmermann hat viele bewegt. Was hinter der seltenen Todesursache SUDEP steckt und wie Menschen mit Epilepsie das Risiko senken können.

Die Nachricht erschüttert viele junge Menschen: Jan Zimmermann, der mit dem YouTube-Kanal „Gewitter im Kopf“ Millionen bewegte, ist tot. Am 18. November wurde der 27-Jährige leblos in seiner Wohnung in Königswinter gefunden. Wie sein langjähriger Freund und Video-Partner Tim Lehmann wenige Tage später mitteilte, verstarb Jan völlig unerwartet an den Folgen eines epileptischen Anfalls.

Sein Tod wirft Fragen auf: Wie kann Epilepsie tödlich enden? Und was sollten Betroffene und Angehörige über Risiken wie SUDEP wissen?

Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, bei der es zu wiederkehrenden Anfällen kommt. Ursache ist eine vorübergehende Funktionsstörung im Gehirn, bei der Nervenzellen unkontrolliert elektrische Impulse abgeben. Das kann sich ganz unterschiedlich äußern: von kurzen Abwesenheiten über Muskelzuckungen bis zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust.

Die Krankheit an sich ist nicht tödlich – wohl aber ihre Komplikationen. Bei schweren Anfällen kann es zu gefährlichen Situationen kommen: etwa wenn Betroffene stürzen, sich verschlucken oder ertrinken. Eine besondere, seltene und leider kaum vorhersehbare Komplikation ist der sogenannte SUDEP („sudden unexpected death in epilepsy“) – der plötzliche, unerwartete Tod bei Epilepsie.

Laut Schätzungen stirbt etwa einer von 1.000 Epilepsie-Patienten pro Jahr an einem SUDEP. Häufig passiert das nachts – die Betroffenen sind allein, erleiden einen Anfall im Schlaf und versterben an einem Herz- oder Atemstillstand. Auch bei Jan Zimmermann soll es laut seinem Umfeld zu einem solchen Ereignis gekommen sein.

Die genauen Mechanismen von SUDEP sind noch nicht vollständig erforscht. Beobachtungen zeigen aber, dass insbesondere sogenannte generalisierte tonisch-klonische Anfälle (früher: Grand-Mal-Anfälle) ein Risiko darstellen. Diese äußern sich durch Krämpfe am ganzen Körper und Bewusstlosigkeit.

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für einen SUDEP. Dazu gehören:

Auch Stress, Schlafmangel und Alkoholkonsum können Anfälle begünstigen und so indirekt das SUDEP-Risiko erhöhen.

Ein SUDEP lässt sich nicht mit Sicherheit verhindern, aber das Risiko lässt sich senken. Wichtig sind eine gute medizinische Betreuung und eine individuell angepasste Therapie. Ziel sollte immer eine möglichst vollständige Anfallskontrolle sein.

Wie Sie SUDEP-Risiken erkennen und vorbeugen können:

Jan Zimmermann war nicht nur ein unterhaltsamer YouTuber, sondern auch ein Aufklärer. Mit viel Selbstironie und Offenheit zeigte er, was es bedeutet, mit dem Tourette-Syndrom zu leben – und begeisterte damit Millionen. Dass er nun so früh an den Folgen einer anderen Erkrankung verstarb, macht seine Geschichte umso tragischer.

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