„Dort werden die Russen nicht sein“

Eishockey-Eklat: Kanadas Premierminister reagiert

Aktualisiert am 04.11.2026 – 12:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Eishockey-WM in Kanada: Das Land möchte keine russischen Athleten zulassen. (Quelle: IMAGO/Radek Petrasek)

Der Internationale Sportgerichtshof erlaubt Russlands Rückkehr zur U20-Eishockey-WM. Kanada will die Russen nicht einreisen lassen, mehrere Länder kündigen einen Boykott an.

Mit deutlichen Worten hat sich der kanadische Premierminister Mark Carney gegen ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs Cas gestellt: Russland wird nicht an der U20-Eishockey-WM im Dezember in Kanada teilnehmen. Das Turnier findet in Edmonton und Red Deer statt. Die Debatte um eine russische Rückkehr in den internationalen Eishockeysport reicht derweil bis nach Deutschland.

Carney äußerte sich am Dienstag am Rande des Gipfeltreffens der Commonwealth-Staaten. Solange Russland und sein Verbündeter Belarus den „illegalen und ungerechtfertigten schrecklichen Krieg“ gegen die Ukraine unterstützten, würden keine ihrer Athleten für ihre Länder in Kanada antreten, sagte er. Auf die Junioren-WM angesprochen, wurde der Regierungschef noch deutlicher: „Wenn Sie also insbesondere nach der Junioren-WM fragen – dort werden die Russen nicht sein.“

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Umsetzen ließe sich das durch die Verweigerung von Einreisevisa. Die Niederlande hatten dieses Mittel zuletzt genutzt und russischen Turnerinnen die Einreise für die Weltmeisterschaften in Rotterdam verwehrt. Kanadas Eishockeyverband dankte der Regierung in einer Mitteilung für die starke Position, die Sportler und Offizielle aus Russland und Belarus davon abhalte, unter ihren nationalen Symbolen an internationalen Sportveranstaltungen in Kanada teilzunehmen.

Konsequenzen für WM in Deutschland?

Der Cas hatte einer Berufung des russischen Eishockeyverbandes gegen den Weltverband IIHF stattgegeben und damit die Wiederzulassung russischer Teams genehmigt. Seit Ende Februar 2022 war Russland wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine von allen internationalen Turnieren ausgeschlossen. Die Junioren-WM findet vom 26. Dezember 2026 bis zum 5. Januar 2027 statt. Zu den bislang zehn Teilnehmern zählt auch die deutsche U20-Auswahl, nicht aber die russische.

Mehrere Länder haben bereits angekündigt, nicht gegen Russland antreten zu wollen: nach Eishockeyweltmeister Finnland auch Schweden, Dänemark, Norwegen und Lettland. Der tschechische Verbandspräsident befürwortete ebenfalls einen Boykott. Die finnische Stadt Turku hatte zudem angekündigt, nicht mehr als Mitausrichter der für den Jahreswechsel 2027/2028 angesetzten U20-WM zur Verfügung zu stehen, sollte Russland teilnehmen.

Auch in Deutschland ist die Lage ungeklärt. Die nächste A-Weltmeisterschaft ist für den 14. bis 30. Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim geplant – für diese wäre Russland nach dem Cas-Urteil spielberechtigt. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) prüft, ob er die WM ausrichten kann, und beschäftigt sich eigenen Angaben zufolge auch mit der Option, sie zurückzugeben. Ein Regierungssprecher hatte angekündigt, die Bundesregierung werde sich über mögliche Folgen des Cas-Urteils zeitnah mit dem DEB austauschen.

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