
Neue Zahlen
Camper-Reisen boomen – aber die USA büßen an Beliebtheit ein
Aktualisiert am 18.01.2026 – 08:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit dem Wohnmobil ferne Länder erkunden – das wünschen sich viele abenteuerlustige Urlauber. Aber sie wollen auch sicher unterwegs sein.
Reisen mit dem Wohnmobil liegen weiter im Trend. Doch deutsche Urlauber zieht es inzwischen an andere Orte als noch vor wenigen Jahren. Das Buchungsportal Camperdays hat die Daten seiner Nutzer ausgewertet und herausgefunden, welche Länder von der anhaltenden Camping-Leidenschaft profitieren – und welche nicht.
Zwischen 2022 und 2025 wuchs der Umsatz bei dem Reiseunternehmen eigenen Angaben zufolge jährlich um durchschnittlich 21 Prozent. 2025 habe das Buchungsvolumen sogar fast doppelt so hoch wie vor der Pandemie gelegen. Vor allem klassische Fernreiseziele wie Neuseeland, Australien, Kanada oder Namibia gewinnen demnach weiter an Bedeutung. Sie böten Reisenden Naturerlebnisse, eine gut ausgebaute Infrastruktur und stabile Rahmenbedingungen, heißt es.
Verlierer sind laut Camperdays vor allem die USA. Allein von 2024 auf 2025 sei dort die Nachfrage nach Wohnmobilreisen um 19,3 Prozent gesunken. Geschäftsführer Maximilian Schmidt sieht dafür vor allem politische und sicherheitsbezogene Gründe. Sie seien entscheidende Faktoren und „erklären, warum sich die Nachfrage zwischen Destinationen verschiebt, etwa innerhalb Nordamerikas von den USA nach Kanada“.
Eine Abkehr von den USA erlebt auch Canusa Touristik. Tilo Krause-Dünow, Inhaber und Geschäftsführer des Nordamerika-Spezialisten, sagt: „2025 war ein anspruchsvolles, aber wegweisendes Jahr“. Während das Interesse an USA-Reisen leicht zurückging, habe Kanada außergewöhnlich starke Zuwächse verzeichnet.
Auch neue Trendziele gewinnen nach Aussage von Schmidt an Relevanz: Island, Costa Rica und Japan ziehen immer mehr Wohnmobilurlauber an. Die Kombination aus Natur, neuen Routen und verlässlichen Bedingungen macht diese Länder attraktiv – auch wenn sie bislang nicht zu den klassischen Campingnationen zählten.
Bei Camperdays merke man, dass die wirtschaftliche Situation die Kunden zum vorsichtigen Umgang mit Geld zwinge. Preise würden stärker verglichen, Reisen lange im Voraus geplant. Gerade bei Fernreisen würden viele Nutzer bereits neun bis zwölf Monate im Voraus buchen. Wer sparen wolle, tue das außerdem zurzeit „eher über eine günstigere Destination oder einen flexibleren Reisezeitpunkt – nicht durch Verzicht“.
Deutlich zugenommen habe in den letzten Jahren die Zahl der Alleinreisenden. Zwischen 2023 und 2025 wuchs dieser Anteil stark – 40 Prozent davon waren Frauen. Trotzdem bleibe das Solo-Reisen ein Nischenphänomen.