Kai Wegner spielt Tennis nach Anschlag in Berlin – Kritik

Eine Senatssprecherin erklärte dazu, Wegner habe zunächst nach 8 Uhr, als er über den Stromausfall informiert worden sei, Telefonate geführt, unter anderem mit dem Kanzleramt und dem Innenministerium und verschiedenen Senatsverwaltungen.

Für Stephan Weh, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), könnten die auch Vorwürfe die Glaubwürdigkeit Wegners beeinträchtigen. Gleichzeitig betonte er: „Wir sollten aufpassen, dass diese Debatte nicht von den eigentlichen Problemen ablenkt. Für die Bewältigung solcher Einsatzlagen für Polizei und Feuerwehr bringt es keinerlei Mehrwert, wenn Politiker draußen sind.“ Den Strom hätte Wegner ohnehin nicht wieder anstellen können.

Allerdings wurden auch Rücktrittforderungen am Abend laut. So erklärte Linken-Landeschef Maximilian Schirmer „Diese Stadt verdient einen Bürgermeister oder eben eine Bürgermeisterin, die zuerst an die Menschen dieser Stadt denkt, zuhört, anpackt und Krisen löst. Wer lieber Tennis spielt, als in der größten Not bei den Menschen zu sein, sollte sich vielleicht überlegen, ob dieser Job noch der richtige für ihn ist.“

Die AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker meinte, Wegner müsse umgehend zurücktreten. „Es wäre schon schlimm genug, dass der Regierende Bürgermeister von Berlin eine Notlage, die durch einen Terrorangriff auf die Infrastruktur der Stadt ausgelöst wurde, nicht ernst genug nimmt, um auf sein Tennismatch zu verzichten.“ Aber er habe die Berliner auch noch belogen.

Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke am Teltowkanal, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte, waren ab Samstagmorgen im Südwesten Berlins 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Mittlerweile ist die Versorgung wieder hergestellt.

Aktie.
Die mobile Version verlassen